Lehren aus Leidenschaft

Die Arbeit mit Kindern betrachtet Edeltraud Frey als Bereicherung. Die zu erleben gelinge Lehrern aber nicht, wenn es an Liebe zu den Heranwachsenden fehle oder an einem starken Nervenkostüm.

|
Edeltraud Frey geht in den Ruhestand.  Foto: 

Der Beruf des Lehrers ist eine Bereicherung für Edeltraud Frey. "Kinder in diesem Alter zu beflügeln, tut mir unwahrscheinlich gut", gesteht die Leiterin der Grundschule von Bünzwangen. Das Entdecken von Stärken und deren Förderung in den jungen Menschen bringe nicht nur den Heranwachsenden etwas, sondern belohne auch die Lehrer. "Kinder beflügeln einen selbst", findet Frey. "Letzte Woche klopfte es an der Lehrerzimmertür, ich öffnete und der kleine Emil aus Klasse 1 fiel mir um den Hals und meinte: ,Ich wollte dir nur mal schnell Tschüss sagen", erzählt sie. Die Rektorin muss bald ohne einige der schönen Erlebnisse mit Kindern auskommen. Der Verzicht liegt an ihrem bevorstehenden Ruhestand, der für die 63-Jährige nach dem Ende des Schuljahres beginnt. Angefangen hatte Freys Laufbahn als Lehrerin vor über 40 Jahren an der Tegelbergschule in Geislingen. Von der Stadt am Albaufstieg wechselte die gebürtige Geislingerin nach sechs Jahren an die Grund- und Hauptschule in Salach. Dieses Haus verließ sie vor 17 Jahren und führt seitdem die Grundschule in Bünzwangen. Die Einrichtung steht für Frey auf starken Beinen. "Wir haben gute Arbeit geleistet", sagt sie. Ein Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen sei die Einführung eines eigenen Konzepts gewesen. Seit über zehn Jahren setze die Schule Lehrer nach deren Stärken ein und fördere Schüler individuell. Die Kinder gingen seitdem ihren Neigungen in sechs verschiedenen Bereichen an jeweils zwei Stunden in der Woche nach. Ihre Fähigkeiten förderten Lehrkräfte, die sich selbst für die Arbeit mit Holz, für das Kochen oder Gärtnern interessieren.

Leidenschaft betrachtet Frey als notwendiges Rüstzeug für den Beruf. "Zwei Dinge braucht man als Lehrer: Die Liebe zu Kindern und starke Nerven", sagt sie. Verfüge der Nachwuchs über diese Eigenschaften, sei er gewappnet für den Job. "Alles andere kann man lernen", glaubt Frey. Solche und andere Erkenntnisse geben die Schulleiterin und ihr Team weiter an Studenten und Referendare, die sie als Ausbildungsschule auf ihren späteren Einsatz vorbereiten.

Gerüstet für eine Zeit ohne Stundenpläne, Lehraufträge und Klassenarbeiten scheint auch die Rektorin zu sein. "Der Wechsel in den Ruhestand wird mir nicht schwer fallen", sagt sie voraus. In der freien Zeit will sich Frey mehr um sich und ihre beiden Enkel kümmern. Verstärkt einbringen möchte sie sich auch in ihre zwei Ehrenämter beim Bürgerbusverein Salach und bei der örtlichen Jugendstiftung sowie in ihrem Singkreis.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ärger über wildes Parken in der Hauptstraße

In Göppingen wächst der Unmut über das Parkchaos in der Hauptstraße. Der Ruf nach einem härteren Durchgreifen gegen Parksünder wird lauter. weiter lesen