Landkreis spart Streusalz

Aufgrund des milden Winters hatten die Einsätze der Streufahrzeuge bisher eher Seltenheitswert. Auch die Städte und Gemeinden des Landkreises können sich über Einsparungen freuen.

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Karl Hummel vom Göppinger Bauhof zeigt, wie viel Salz er noch auf Lager hat: Weil der strenge Winter bisher ausgeblieben ist, sind die Vorräte in den Städten und Gemeinden im Landkreis überall noch groß.  Foto: 

Sonnenschein und zum Teil frühlingshafte Temperaturen um die 15 Grad: Die letzten Tage waren wie gemacht für alle, die sich den Sommer herbeisehnen. Der milde Winter kam aber nicht nur denen zugute, die sich mit Väterchen Frost nicht so recht anfreunden können. Auch die Städte und Gemeinden des Landkreises profitieren vom geringen Bedarf an Streusalz. Denn durch die verhältnismäßig wenigen Einsätze der Streufahrzeuge konnten zumindest vorläufig Einsparungen erzielt werden.

"Es gab Jahre, da waren die Streufahrzeuge fast ständig unterwegs. In diesem Winter ist das anders", sagt beispielsweise Steven Hagenlocher, Kämmerer der Gemeinde Wäschenbeuren. Man könne zwar noch nicht abschätzen, wie hoch der eingesparte Betrag letztlich ausfalle, Hagenlocher geht jedoch nicht von Summen aus, die den Haushalt "fundamental beeinflussen werden".

Dass die Einsparungen dennoch nicht zu verachten sind, macht ein Vergleich mit dem Salzverbrauch im letzten Winter deutlich. "In diesem Winter haben wir keine 100 Tonnen Streusalz gebraucht, letzten Winter verstreuten wir dagegen etwa 500 Tonnen", erklärt Cornelius Beck, stellvertretender Bauhofleiter der Stadt Eislingen. Dadurch sei ein Überschuss an Salz zu verzeichnen. Ähnlich sieht es in Göppingen aus. Momentan seien noch 1200 bis 1300 Tonnen Streusalz vorrätig, wie Bernd Burkhardt, Betriebsleiter vom Bauhof Göppingen, berichtet. "Da wir die Möglichkeit haben, die Salzvorräte trocken zu lagern, halten diese jahrelang", sagt er. Gleichzeitig warnt er aber davor, den Einsparungen übermäßige Bedeutung beizumessen. "Es kann ja auch sein, dass der nächste Winter schon im Oktober oder November einbricht", gibt Burkhardt zu bedenken. Daher könne man erst am Ende des Haushaltsjahres sicher feststellen, ob Einsparungen erzielt wurden.

Unabhängig vom finanziellen Aspekt profitierten die Gemeinden zumindest von den verhältnismäßig wenigen Einsatzstunden des Winterdienstes. "Im letzten Winter war das Personal vom Bauhof zirka 60 Tage mit Streuarbeiten beschäftigt. In diesem waren es bisher gerade einmal fünf Tage", sagt Rolf Böhringer, Bauhofleiter in Gammelshausen. Durch die gewonnene Arbeitszeit habe man sich unter anderem der Holz- und Wegepflege widmen können. In die gleiche Kerbe schlägt auch Beate Schleifer, Kämmerin der Gemeinde Adelberg. Sie merkt zudem an: "Aufgrund der seltenen Einsätze der Streufahrzeuge sind deutlich weniger Ausgaben für Kraftstoffe angefallen."

Bei der Frage nach Einsparungen spielt auch noch ein anderer Faktor eine Rolle. "Wegen des Schneemangels konnten wir weitgehend auf Räumungsarbeiten verzichten und damit Personalkosten einsparen", sagt Thomas Klein, Kämmerer der Stadt Donzdorf.

Alexander Schaupp, der bei der Gemeinde Albershausen für das Finanzwesen zuständig ist, relativiert: "Es wurde zwar insgesamt deutlich weniger gestreut als in den vergangenen Wintern. Aber vor allem am frühen Morgen war der Winterdienst häufiger im Einsatz als mancher vielleicht vermuten würde."

Wie hoch die vorläufigen Einsparungen tatsächlich sind, wird sich in den meisten Kommunen frühestens in einigen Wochen zeigen, wenn Bilanz gezogen wird.

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