Landkreis braucht Platz für Grüngut

In Ebersbach könnte der vierte Grüngutplatz des Landkreises entstehen. Im Gemeinderatsausschuss wurde das Vorhaben wohlwollend aufgenommen. Das Projekt soll eine halbe Million Euro kosten.

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Wie in Kuchen (Bild) und zwei weiteren Gemeinden will der Abfallwirtschaftsbetrieb einen Grüngutplatz in Ebersbach anlegen. Foto: Markus Sontheimer

"Für Ebersbach ist das einfach toll." Die Feststellung der Stadträtin Brigitte Pullmann SPD) blieb in der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt unwidersprochen. Einstimmig befürworteten die Bürgervertreter die Überlegung des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB), den Ebersbacher Kompostplatz bei Bünzwangen zu einem landkreiseigenen Grüngutplatz auszubauen. Nun muss der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages dem Vorhaben, das den Landkreis rund eine halbe Millionen kosten würde, zustimmen.

Von dem Vorhaben würden sowohl die Stadt als auch der Landkreis profitieren, führte AWB-Betriebsleiter Eberhard Stähle aus. Seit der Schließung der Deponie Stadler seien die Kapazitäten im Landkreis für die Anlieferung von Grüngut nahezu erschöpft. Der neugestaltete Platz wäre für den AWB gleichzeitig ein Art Auffangplatz, wenn kommunale Plätze in anderen Gemeinden nicht benutzt werden können. Die Kommune selbst, die dem Landkreis das Areal kostenlos überlassen müsste, spare sich Investitionen in den Kompostplatz, wo es aufgrund der wasserwirtschaftlichen Situation einiges zu tun gebe. Zudem seien die Anforderungen an die Kompostierung nach der neuen Bioabfallverordnung erheblich verschärft worden. Der Kompostplatz in Bünzwangen soll nach dem Vorbild der bislang vom Landkreis betriebenen Grüngutplätze in Kuchen, Deggingen und Bad Ditzenbach ausgebaut werden. Die Plätze sind eingezäunt, mit einem Bitumenbelag befestigt und an einen Kanal angeschlossen.

Den Betrieb werde eine Firma übernehmen, deren Mitarbeiter die Anlieferung des Grünguts überwachen und es weiter verarbeiten. "Wir wollen eine hochwertige Verwertung machen und einen guten Kompost", betonte Stähle. Für die Bürger hat das Konsequenzen: Säcke dürfen nicht mehr abgelegt werden, "weil dort oft viel drinsteckt, was nicht in den Kompost gehört". Auch bei den Grünmassesammlungen müssen sich die Ebersbacher von den Papiersäcken verabschieden. Das Grüngut kann gebündelt oder in Gartensäcken bereit gestellt werden. Der neue Grüngutplatz soll allen Landkreisbewohnern offen, die Öffnungszeiten sollen in Abstimmung mit der Kommune bedarfsgerecht gestaltet werden.

Die Ebersbacher Bürgervertreter beurteilten das Vorhaben durchweg wohlwollend. In Bünzwangen bestehe schon seit langem der Wunsch nach einer geordneten Anlieferung auf dem Kompostplatz, erklärte Hans Schreiner (Freie Wähler) und fügte hinzu: "Das ist eine Katastrophe da oben." Eberhard Stähle verschwieg nicht, dass der AWB mit einem höheren Verkehrsaufkommen durch den neuen Platz rechnet. Damit könne der Ortschaftsrat leben, wolle aber bei der Planung mitreden, erklärte Werner Hauser vom Bau- und Umweltamt.

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