Kunsthalle: Ein Griff in die Schatzkiste

Die Kunsthalle Göppingen wird 25 Jahre alt. Kunsthallenchef Werner Meyer hat deswegen tief in seinen Fundus gegriffen und eine Ausstellung mit Werken von 47 Künstlern und einer Schulklasse zusammengestellt.

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Zum Jubiläum zeigt die Göppinger Kunsthalle Werke von 47 bekannten internationalen und regionalen Künstlern und einer Schulklasse der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.  Foto: 

Man darf auf ihr herumtrampeln oder zu ihr aufschauen, sie fühlen, riechen oder in ihrem doppelten Sinne begreifen - wenn man kann. Manchmal steht man dennoch wie angewurzelt und vernagelt vor ihr. Dann wieder fordert sie einen häufig dazu auf mitzumachen, an ihr teilzunehmen. Die Rede ist von der Kunst. Was aber ist Kunst?

Zum 25-jährigen Jubiläum, das die Göppinger Kunsthalle in diesem Jahr feiert, hat Kunsthallenleiter Werner Meyer als Antwort auf diese fundierte Frage gleich eine ganze Ausstellung - "Kunst ist, wenn. . . - 25 Jahre Kunsthalle Göppingen" - parat. Nach einem tiefen Griff in die Schatzkiste feiert sich die Kunsthalle quasi selbst und zeigt Werke von 47 bekannten internationalen und regionalen Künstlern und einer Schulklasse der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Allesamt Arbeiten aus dem kunsthalleneigenen Fundus.

"Kunst findet statt", erläutert Werner Meyer. Von Anfang an war es sein und das Anliegen der Göppinger Kunsthalle internationale, zeitgenössische Kunst zu zeigen, zu vermitteln und zu verdeutlichen, dass alle Kunst mit dem Leben zu tun hat. Mit dem ewigen? Nach Werner Meyers Credo jedenfalls wird Kunst noch gegenwärtig sein, wenn alles andere schon von der Bildfläche verschwunden ist. Einen Schwerpunkt hat die Göppinger Kunsthalle von jeher auf partizipatorische Kunstausstellungen gelegt. Der "Hammer", eine one-minute-sculpture von Erwin Wurm, oder die rotierende, unpersönliche "rote Dame" von Anja Luithle, stehen beispielhaft dafür. Im "verlorenen Paradies" und auf dem Abbild einer Tahiti-Schönheit - einer fotografischen Installation von Giovanni Rizzoli - darf man herumtrampeln, zu den entfernt wie Trauben hängenden Eisenkörben des Jaume Plensa hinaufschauen. Zu Recht ist Werner Meyer stolz darauf, dass nach seiner Göppinger Ausstellung im Jahre 1995 Plensas Weltkarriere ihren Anfang nahm. Angefangen hat alles mit Günther Uecker.

Die Kunsthalle besitzt Ueckers "Poesie der Destruktion". 1987 aus zusammengenagelten Holzlatten entstanden, die Uecker vor seinem Atelier im Antwerpener Hafen aufgesammelt hat. Sammeln gehört auch zur Aufgabe und Leidenschaft sowohl der Kunsthalle als auch von Werner Meyer.

Nach 25 Jahren Sammelns reicht der Fundus der Kunsthalle locker für noch weitere, kunstgeschichtliche Ausstellungen. Die jetzige ist Einblick und Rückblick in einem.


Öffnungszeiten: Di bis Fr 13 bis 19 Uhr; Sa, So und Feiertag 11 bis 19 Uhr. Ausstellungsdauer: bis 30. März

Die Künstler der Jubiläumsausstellung in der Kunsthalle
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