Krimi zu Kunstfälschungen vorgestellt

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Aus ihrem Krimi-Erstling „Tatort Dalí“ las Annerose Fischer-Bucher am Donnerstagabend in der Göppinger Stadtbibliothek.  Foto: 

Annerose Fischer-Bucher las in der Göppinger Stadtbücherei aus ihrem Erstlingswerk „Tatort Dalí“, einer Kriminalgeschichte aus der Welt der Kunst und dem Milieu der Fälschungen, erschienen im Manuela Kinzel Verlag. Dazu benutzte sie einen tatsächlichen Kriminalfall vor zwölf Jahren, den sie sorgfältig und gewissenhaft recherchiert hat, um dann doch ihre eigene Geschichte daraus zu machen.

Die Lesung war keine der üblichen Art. Die Autorin teilte ihre Geschichte in vier Teile ein – so auch ihre Lesung, die von Musik aus Liro Rantalas Album „Lost Heroes“ unterbrochen wurde. Jazzpianist Rantala arbeitet strukturiert und doch fetzig. Das passte zur Autorin, die von sich selbst sagte, dass sie sich möglichst an Fakten und Strukturen halte und weniger auf Gefühle achte.

Trotzdem gehört zu einer guten Geschichte auch die Liebe, ein paar erotische Einwürfe, die dem Ganzen Farbe und Abwechslung geben und eine der Hauptlinien der Geschichte darstellen. Nach dieser Vorspeise begann sie mit dem ersten Kapitel. Fischer-Bucher las mit sachlichem Duktus, unprätentiös, doch mit Anteilnahme an ihren Figuren und dem Plot, immer wieder auch Blickkontakt suchend zu den Zuhörern. Der Kontakt war ihr wichtig, die Kommunikation mit den Zuhörern, am Ende der Lesung, aber auch durchaus zwischen den Leseblöcken.

Dass es sich um eine Kriminalgeschichte handelt, zeigt sich gleich am Anfang mit zwei Toten.  Anna ist die Hauptfigur, außer ihr kommt der Kunsthändler Klaus vor, Mona, die Freundin und Gegenfigur zu Anna und der Pfleger Anton. Anna ist die treibende Kraft, und die Autorin betont die Stärke dieser Figur, aber auch ihre Schwächen. Fischer-Bucher: „Anna hat das Problem wie ich auch, dass sie sich oft verspätet.“ So weist die Figur durchaus autobiographische Züge auf.

Im dritten Teil wurde die Frage behandelt, worin der eigentliche Fälscherskandal bestand. In diesem Teil gibt es ein breites Spektrum an Informationen über den Maler Salvador Dalí und seine Bilder. Das ist auch der Teil, wo die meisten Rechercheergebnisse verarbeitet wurden. Anspielungen auf heutige Ereignisse, interessante Details über die Kunstszene, aber auch Wissenswertes über den realen Kriminalfall vor zwölf Jahren, das wird zu einer Geschichte verwoben und in kluger Weise zusammengebaut und verbunden, sodass die aufwändige Recherche in eine eigene Geschichte verflochten werden kann.

Um die Authentizität des Falles herauszustellen, wurden nach dem elften Kapitel Originale und Fälschungen abgebildet. Mit einem „Das ist jetzt böse von mir. Aber den Schluss dürfen Sie selber lesen!“ beendete Fischer-Bucher ihre Lesung.

„Ich wollte schon einmal noch ein Buch schreiben“, beantwortet sie die Frage nach der Idee zu diesem Buch. Der verurteilte Kunsthändler wollte, dass seine Geschichte erzählt wird. Im Arbeitsprozess ergab es sich, dass der Strang der Geschichte mit Anna der Autorin leicht aus der Feder lief, der Rest, die Verknüpfung mit dem Kriminalfall, jedoch schwieriger war. Natürlich musste die Autorin einiges verändern, um ihre ureigene Geschichte daraus zu machen. Und dann gelingt eine Geschichte mit einem strukturierten Bauplan auf diesem engen Raum von 116 Seiten.

Das ist eine Stärke, gleichzeitig aber auch eine Schwäche der Geschichte. Dieser rationale Bauplan nimmt sehr viel Spannung heraus. Der kleine, aber sehr interessierte, fast intime Zirkel der Zuhörer fand Gefallen an der Lesung und an der Geschichte. Auch die Lesart von Annerose Fischer-Bucher war abwechslungsreich und regte zum Lesen der ganzen Geschichte an.

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