Kreistag fordert Nachbesserung bei der Zugkonzeption für das Filstal

Ein gut vertaktetes Zug-Angebot in S-Bahn-Qualität bis Geislingen muss nach einhelliger Meinung der Kreisräte künftig oberste Prämisse beim Personennahverkehr auf der Schiene durchs Filstal sein.

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Regionalbahnen, wie sie bereits jetzt im Filstal verkehren, sollen künftig im Halbstundentakt das Filstal ansteuern. Die Landkreisverwaltung und auch manche Kreisräte, wünschen sich aus Imagegründen die Bezeichnung "Regio-S".  Foto: 

"Wir haben gute Aussicht, ein gut vertaktetes Angebot auf der Schiene zu bekommen." Trotz des geplatzten Traums von einer S-Bahn im Filstal wollte sich Landrat Edgar Wolff seinen Optimismus nicht nehmen lassen. Nachdem ein Gutachten ergeben hatte, dass die Kosten für die Verlängerung des S-Bahn in den Landkreis in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen, setzt der Kreistag jetzt auf die vom Land in einer "Zielkonzeption 2025" angekündigten Verbesserungen im Schienen-Personennahverkehr (SPNV). Allerdings fordert der Kreis in einer Stellungnahme an das Land Nachbesserungen.

Das Konzept sieht einen stündlich in Göppingen und Geislingen haltenden Interregio-Express zwischen Stuttgart und Ulm vor und zusätzlich zwei Regionalbahnen die von Stuttgart aus im Halbstundentakt das Filstal ansteuern. Der Pferdefuß ist jedoch: Nur eine der beiden Regionalbahnen, die ab Plochingen an allen Bahnhöfe im Filstal stoppt, fährt bis Ulm. Der zweite Zug käme nur bis Süßen. "Aus unserer Sicht ist das nicht akzeptabel", erklärte Jörg-Michael Wienecke, Leiter des Amtes für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur, in der jüngsten Sitzung des Kreistags.

Das ist aus Sicht Wieneckes nicht der einzige Schönheitsfehler der Konzeption. Denn mit der neuen Regionalbahn, die die Landkreisverwaltung gerne mit dem Prädikat "Regio-S" schmücken würde, verlängern sich - bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21 - aufgrund eines 20-minütigen Halts in Geislingen die Fahrzeiten Richtung Ulm. "Das ist ein deutlicher Nachteil für den Halt Amstetten", räumte Wienecke ein. Mit Blick auf den Schulstandort Geislingen und den Wirtschaftsraum Alb-Donau-Kreis gelte es deshalb, den Schulterschluss mit den Nachbarkreisen zu suchen.

Nahezu einhellig (bei einer Stimmenthaltung) waren auch die Kreisräte der Meinung, dass die Zielkonzeption des Landes einer Nachbesserung bedarf. Für die CDU gelte die Prämisse: "Gesamtkonzept in S-Bahn-Qualität", erklärte der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Rapp, der den aus seiner Sicht schleppenden Verlauf des Themas kritisierte. "Wir müssten schon viel weiter sein", erklärte Rapp und auch jetzt lägen keine klaren und detaillierten Aussagen vor. Die CDU fordere nun schnellstens "Zahlen, Daten, Fakten". Mit Blick auf einen vorgesehenen fünfminütigen Systemhalt der Regionalbahn in Plochingen erteilte Rapp einem "Stolpertakt" eine klare Absage.

"Vorschläge, mit denen wir durchaus erfolgreich in die Zukunft gehen können", sah Werner Stöckle, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Ob die künftigen Regionalbahnen jedoch unbedingt das "S" brauchen, bezweifelte Stöckle. Im Gegensatz zu Jürgen Lämmle (SPD): "Das Image des weißen S auf grünem Grund ist ganz entscheidend", zum Beispiel bei der Wahl des Wohnortes, sagte Lämmle. Amtsleiter Wienecke konnte dem nur beipflichten. "Das muss als Regio-S-Bahn bezeichnet und auch so beworben werden." Indes machte Wienecke auch deutlich, dass die Finanzierung des künftigen Schienenverkehrs noch nicht stehe und "die Landkreis-Beteiligung schon sehr deutlich angesprochen wurde".

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