Kreissparkasse nimmt Hürde

Besser als erwartet fiel das vergangene Geschäftsjahr der Kreissparkasse Göppingen aus. Für 2015 erwartet Vorstandschef Dr. Hariolf Teufel jedoch einen Ergebnisrückgang in Höhe von 15 Prozent.

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Kreissparkasse KSK Göppingen Bilanzpressekonferenz Vorstand (von links): Klaus Meissner, Mitglied des Vorstands, Dr. Hariolf Teufel, Vorsitzender des Vorstands, Joachim Müller, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands.  Foto: 
„Wir hatten bei der Planung mit wesentlich deutlicheren Bremsspuren gerechnet.“ Angesichts der Rahmenbedingungen, wie anhaltende Niedrigzinsphase, steigende Kosten und Konkurrenzdruck durch Wettbewerber, ist Vorstandschef Hariolf Teufel mit dem Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres der Kreissparkasse Göppingen „wirklich zufrieden“, wie er bei der gestrigen Bilanzpressekonferenz erklärte. Erstmals nach Jahren schnellte die Bilanzsumme über die Fünf-Milliarden-Marke – auf 5,05 Milliarden Euro, das sind 110 Millionen mehr als im Vorjahr. Unter dem Strich bleibt ein Jahresüberschuss von 7,6 Millionen Euro (Vorjahr 7,5 Millionen).

Das Wachstum führt Teufel auf das Geschäftsmodell des Geldinstituts zurück: „Als Sparkassen setzen wir auf Kundengeschäft mit realwirtschaftlichem Bezug.“ Die Einlagen stiegen gegenüber dem Vorjahr (von 3,52 auf 3,59 Milliarden Euro). Auffallend ist: Die Kunden bevorzugten Anlagen mit kurzen Laufzeiten. Beim Wertpapiergeschäft verhielten sie sich dagegen zögerlich, stellte Vorstandsmitglied Joachim Müller fest. „Bedauerlicherweise haben viele Kunden von der Rekordjagd des Dax nicht profitiert“, sagte Müller, der weiter mit Zuwächsen auf dem Aktienmarkt rechnet und, was die Renditen betrifft, keine Alternative zum Aktienmarkt sieht. Entsprechend sei der Provisionsüberschuss hinter den Erwartungen zurückgeblieben und verharrte bei 26,2 Millionen Euro.

Beflügelt haben die niedrigen Zinsen im vergangenen Jahr das Kreditgeschäft – die Summe der Ausleihungen stieg um 80 Millionen auf 3,69 Milliarden Euro, 1,77 Milliarden an Unternehmen und Selbstständige, 1,37 Milliarden Euro an Privatpersonen. Eckpfeiler des Kreditgeschäfts sei nach wie vor die Immobilienfinanzierung. Der Marktanteil der Kreissparkasse mit 64 Prozent aller Baufinanzierungen im Landkreis sei dabei „herausragend“, stellte Joachim Müller fest. Dabei seien im vergangenen Jahr 16,4 Millionen Euro an Förderkrediten vermittelt worden. Es werde mehr Eigenkapital eingesetzt als in den Jahren zuvor. Aufgrund des Missverhältnisses zwischen Nachfrage und Angebot vertreibt die Kreissparkasse die Immobilien nicht nur, sondern tritt auch als Bauträger auf.

Dem wachsenden Konkurrenzdruck durch Mitbewerber setze die Kreissparkasse einen konsequenten Ausbau bei Service und Qualität entgegen, betonte Hariolf Teufel. „Kein Institut im Landkreis ist so breit aufgestellt“, erklärt der Vorstandschef selbstbewusst. Die Bestätigung habe das Geldinstitut erst vor wenigen Tagen erhalten: Im bundesweiten Wettbewerb des Deutschen-Sparkassen-Giroverbandes „1-Voraus“ wurde die Kreissparkasse Göppingen als eine von dreien in Baden-Württemberg ausgezeichnet. Kriterien waren unter anderem Vertriebsstärke und Kundenzufriedenheit. Auch in eigenen Befragungen hätten 96 Prozent der Kunden die Kreissparkasse als ausgezeichnet, sehr gut oder gut eingestuft.

Ein neuer Service für Kunden in ländlichen Regionen soll im Herbst anrollen. Mit einer so genannten mobilen Filiale will das Geldinstitut die Versorgungslücken im Vertriebsnetz stopfen. In den mobilen Filialen sollen die Kunden den selben Service erhalten wie in den kleinen, inzwischen geschlossenen Filialen. Bei der Tankstelle an der Umgehungsstraße bei Donzdorf soll eine SB-Filiale eröffnet werden.

Immer mehr Kunden nutzten die neuen Vertriebswege, wie etwa die Sparkassen-App, die Bankgeschäfte mit dem Smartphone ermöglicht. Seit dem 1. April können Kunden auch mit den Beratern des Geldinstituts chatten, weiter sei geplant, die Telefon-Servicezeiten zu erweitern, so dass die Berater von 8 bis 20 Uhr erreichbar sind, sagte Müller.

Unter dem Stichwort „barrierefreies Banking“ will die Kreissparkasse noch in diesem Jahr Menschen mit Sehbehinderung und eingeschränktem Hörvermögen die Kommunikation in der Bank erleichtern. In den Filialen werden Lesestäbe und -brillen bereitgehalten. Außerdem präsentierte Hariolf Teufel eine sogenannte Induktionsschleife zum besseren Hören, die demnächst in 13 ausgewählten Filialen getestet werden soll.
 



Die wichtigsten Zahlen

Bilanzsumme: 5,05 Milliarden Euro (2013: 4,94 Mrd.)

Kundeneinlagen: 3,59 Milliarden (2013: 3,53)

Kredite: 3,69 Milliarden (2013: 3,61)

Zinsüberschuss 102,5 Millionen Euro (Vorjahr 107,1): Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahreswert sei erschwert, da die Kreissparkasse aufgrund einer veränderten Risikoeinschätzung Zinsabsicherungen in Höhe von 13,4 Millionen Euro abgelöst habe.

Jahresüberschuss: 7,6 Millionen Euro

Eigenkapital: 530 Millionen (2013: 503 Mio.)

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