Kreisräte überdenken Abfallwirtschaftskonzept

Über das Entsorgungssystem haben sich die Kreisräte schon viel und kontrovers unterhalten. Im März startet eine neue Runde - ohne Denkverbote.

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Die neue Ära in der Hausmüllabfuhr hat vor wenigen Tagen begonnen: Die Firma ETG setzt verstärkt Seitenlader ein - die Bürger im Landkreis müssen sich mit neuen Terminen, anderen Abholzeiten und festen Standorten anfreunden. Bisher sei die Umstellung relativ geräuschlos über die Bühne gegangen, zog Eberhard Stähle gestern im Ausschuss für Umwelt und Verkehr des Kreistags ein erstes Fazit. "Es gab keinen Aufschrei", fasste der Leiter des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs zusammen.

Damit ist das Thema Müll jedoch mitnichten erledigt. Die Kreisräte werden sich in Zukunft intensiv mit der Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzepts befassen. "Es wird eines der wichtigsten Themen in diesem Jahr", sagte Stähle. Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen hatten bei den Haushaltsplanberatungen entsprechende Anträge gestellt. Den Christdemokraten geht es dabei um die Auswirkung auf die Gebühren, sollten neue Entsorgungsleistungen hinzukommen. SPD und Grüne hingegen drängen darauf, das Abfallwirtschaftskonzept weiterzuentwickeln.

Die Kreisräte wollen am 6. März im Ausschuss für Umwelt und Verkehr in die Debatte einsteigen. Sie soll "ergebnisoffen" geführt werden, wie Landrat Edgar Wolff und Amtsleiter Eberhard Stähle unisono betonten. In der Sitzung wird auch - auf Wunsch der Grünen - das Müllkonzept des Rems-Murr-Kreises vorgestellt. "Was der Prozess inhaltlich bringt, wissen wir alle nicht", fügte Wolff hinzu.

Fakt ist: Seit 2004 sind alle 31 Kommunen im Rems-Murr-Kreis an die getrennte Biomüllsammlung angeschlossen. Ziel der separaten Sammlung und Verwertung der Bioabfälle ist es, biologisch abbaubares Material im Restmüll zu verringern. Fest steht aber auch: Die Biotonne und ein 60-Liter-Eimer hatten bisher im Landkreis Göppingen keine Chance. Zuletzt waren die Grünen mit ihrem Antrag, bei der jüngsten Ausschreibung der Müllabfuhr das Thema Biotonne gleich mit anzugehen, abgeblitzt. Kein Wunder, dass die Fraktionsvorsitzende Martina Zeller-Mühleis gestern zufrieden war: "Es ist erfreulich, dass es nun einen konkreten Termin gibt und die Diskussion ergebnisoffen geführt wird."

Sie drückte mehrmals den Wunsch aus, einen Experten in Sachen Abfall aus dem Rems-Murr-Kreis kommen zu lassen, der den Bürgervertretern Rede und Antwort stehen kann. Schützenhilfe bekam sie von SPD-Kreisrat Arnulf Wein: "Wenn man das Thema aus allen Perspektiven beleuchten will, bedarf es einer externen Begleitung." In acht Wochen wird die Verwaltung die Marschroute für die Beratung vorlegen.

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Am 1. Juli 2015 ist im Landkreis Göppingen die getrennte Sammlung von Bioabfällen in Form von Plastiksäcken gestartet. Es gilt die gesetzliche Pflicht zur Trennung und Verwertung von Küchenabfällen.

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