Kreiskliniken sind auf Streik vorbereitet

Im Tarifkonflikt zwischen dem Marburger Bund und dem kommunalen Arbeitgeberverband deutet alles auf Streik. Die Kreiskliniken sind vorbereitet.

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"Nicht nur die finanzielle Fehlvergütung, sondern vor allem die gigantische Arbeitsbelastung von Klinikärzten werden der Grund für den kommenden Streik sein", meint Dr. Emil Frick, Vorstandsmitglied in der Kreisärzteschaft.

Patienten an kommunalen Kliniken, die für Ende dieses Monats eine Operation geplant haben, müssen damit rechnen, dass ihr Termin verschoben wird. Grund dafür ist der erwartete unbefristete Streik der Klinikärzte, der voraussichtlich am 26. Januar beginnen wird. In dem Tarifkonflikt fordert die Ärztegewerkschaft Marburger Bund für 50 000 Mediziner sechs Prozent mehr Gehalt. Der kommunale Arbeitgeberverband (VKA) will jedoch nur eine Gehaltserhöhung von 1,48 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 250 Euro gewähren. "Viele Ärzte sind rund um die Uhr abrufbar, kommen kaum zur Ruhe, bekommen aber für diese Umstände zu wenig Gehalt", kritisiert Frick, der einen Streik befürwortet.

Auch in der Göppinger Klinik am Eichert, die 2114 Mitarbeiter beschäftigt, werden voraussichtlich alle medizinischen Abteilungen vom Streik betroffen sein. Professor Jörg Martin, Geschäftsführer der Kreiskliniken, geht davon aus, dass während des Streiks die personelle Besetzung unter der Woche wie an Wochenenden geregelt wird. "Notfälle werden jedoch auf jeden Fall behandelt. Auch für Krebspatienten wird die Klinik im Fall einer anstehenden Operation das Möglichste tun", kündigt Martin an. Zudem werde versucht, rechtzeitig vor Beginn eines Streiks die Patienten auf mögliche Verzögerungen aufmerksam zu machen.

Die Klinik am Eichert hat sich nach den Worten des Geschäftsführers gut auf den anstehenden Streik vorbereitet, auch aufgrund der Erfahrungen mit vorangegangenen Arbeitsniederlegungen.

Professor Martin bezweifelt allerdings, dass der Marburger Bund seine Ziele erreichen wird. "Das sind gewaltige Forderungen", meint der Klinik-Chef. " Selbst bei einem Erfolg werden sich die Auswirkungen erst allmählich bemerkbar machen", ist Martin überzeugt.

Der Marburger Bund fordert unter anderem, den Bereitschaftsdienst von Klinikärzten von 14 Einsätze pro Monat auf drei bis vier zu beschränken.

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