Kreis zahlt für den Metropol-Express 1,08 Millionen Euro

Der Metropol-Express rollt bis Geislingen. Das war bereits klar. Im Gegensatz zur Finanzierung. Da hat die Kreisverwaltung nun Zahlen vorgelegt. Offen ist aber noch, wie die Beteiligung an den Anlagen ausfällt.

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Wer gibt wie viel, dass ab 2019 der Metropol-Express im Halbstundentakt zwischen Stuttgart und Geislingen rollt? Zu dieser Frage hatten sich bislang weder Kreis noch Land geäußert. Am Donnerstagabend nun kam die Nachricht aus dem Göppinger Landratsamt: "Die Mehrleistungen für das Gesamtkonzept im Filstal erfordern die Finanzierung von 3,6 Millionen Euro pro Jahr", heißt es darin nüchtern. Und: "Seitens des Landkreises konnte erfolgreich ein Teilungsschlüssel im Verhältnis 70:30 (Land/Landkreis) verhandelt werden. Dies entspricht einem jährlichen Zuschussbedarf seitens des Landkreises in Höhe von 1,08 Mio. Euro".

Landrat Edgar Wolff ist nach eigenem Bekunden mit dem Verhandlungsergebnis überaus zufrieden und hofft nun auch auf die Zustimmung des Kreistags. Im ursprünglichen Finanzkonzept für die Verbesserung des Schienen-Personennahverkehrs (SPNV) hatte der Kreis zunächst drei Millionen, dann zwei Millionen Euro vorgesehen, "nun bekommen wird das Ganze um 920.000 Euro günstiger".

Offen ist jedoch noch, wer genau die laut Pressemitteilung "erforderliche Anpassung der Anlageninfrastruktur im Bahnhof Geislingen" bezahlt. Dabei geht es um den Bau eines Abstellgleises für den Metropol-Express. Zwar bleibt es bei den fünf Millionen Euro, die bereits im Gespräch waren. Die aber muss - wie es in der Mitteilung vage heißt - die kommunale Seite aufbringen. Kommunal bedeutet laut Wolff Kreis und Stadt Geislingen. "Wir müssen das noch offen lassen und werden das Gespräch suchen." Allerdings könnte es über das Landes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) einen 40-prozentigen Zuschuss geben, so dass am Ende nur drei Millionen Euro offen sind.

Oder noch weniger: Laut dem Geislinger SPD-Landtagsabgeordneten Sascha Binder ist noch Luft nach unten. Dabei geht es konkret um den Tälesbahn-Radweg, der einmal beim Bahnhof enden soll. "Da sind für den Posten Umplanung des Radwegs 1,7 Millionen Euro vorgesehen. Das scheint mir etwas hoch und ist eine Stellschraube, an der wir noch drehen können".

Schon am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich der Kreis und das Land geeinigt hatten. Es sei gelungen, "das Verkehrsministerium davon zu überzeugen, dass der Metropolexpress im Halbstundentakt für den Raum Geislingen unverzichtbar ist", sagte Sascha Binder (SPD). Wer nun einlenkte, das interpretiert jeder für sich. "Ich denke, es ist ein Verhandlungserfolg, dass wir uns mit dem Ministerium einig geworden sind", betont der Landrat. Der Kreis habe erreicht, was er erreichen wollte: Den Metropolexpress bis Geislingen, statt nur bis Süßen, und obendrein den seit Jahren gewünschten S-Bahn-Standard - also ein Halbstundentakt nach Stuttgart, und das auch in den Abendstunden und am Wochenende. "Mein Bemühen ist es jetzt, den Kreistag dafür zu begeistern."

Welchen Kostenanteil der Kreis beisteuern muss, hatte Wolff zunächst nicht sagen wollen.

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