Kreis steuert auf S-Bahn zu

Der Landkreis strebt bis 2014 eine Teilintegration in den Verkehrsverbund Stuttgart an. Zudem wird der Anschluss an die S-Bahn weiter voran getrieben. Dies hat der Kreistag gestern einstimmig beschlossen.

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Die S-Bahn ist im Raum Stuttgart ein Erfolgsmodell. Auch Gebiete außerhalb der Region streben in den Verbund. Der Kreis Göppingen lässt jetzt prüfen, was es kosten würde, die S-Bahn in den Kreis zu führen. Foto: Archiv

Schon im kommenden Jahr könnten Studenten, die Hochschulen des Kreises besuchen oder hier wohnen, in den Genuss des "Studi-Tickets" des Verkehrsverbundes Stuttgart (VVS) kommen. Ein Jahr später könnte der Stauferkreis eine Teilintegration in den VVS vollziehen, gleichzeitig soll der Landkreis in den Ulmer Verkehrsverbund DING eingebunden werden. Letzteres sei vor allem für den Raum Geislingen wichtig, betonte gestern Landrat Edgar Wolff im Kreistag. Das Gremium hat einstimmig beschlossen, Verhandlungen über diese Kooperationen weiter zu führen und die Kostenfrage verbindlich zu klären. Ein Grundsatzbeschluss soll dann im Herbst fallen, als Kosten werden derzeit 1,1 Millionen Euro im Jahr genannt.

Ein Grundsatzbeschluss wird ebenfalls für die Aufnahme ins Stuttgarter S-Bahn-Netz vorbereitet. Man wolle zwar nicht um jeden Preis die S-Bahn in den Kreis holen, aber über alle politischen Lager hinweg betonten die Kreisräte, die hohe Bedeutung eines solchen Anschlusses für die Attraktivität des Kreises. Unterstützt von den Grünen, hatte die SPD-Fraktion das angestrebte Ziel im Beschlussantrag etwas zugespitzter formulieren wollen. Die Mehrheit des Kreistags hielt aber am Beschlussvorschlag des Verwaltung fest. "Wir wollen einen kräftigen Beschluss haben, der eindeutig unseren Willen klar macht", versuchte Peter Feige (SPD) die Vertreter von CDU, FW und FDP zu überzeugen. Dorothee Kraus-Prause (Grüne) betonte, es sei höchste Eisenbahn, den Beschluss zu treffen.

Es liege nicht am Landkreis, dass das S-Bahn-Projekt seit der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2009 nicht mehr richtig voran gekommen sei, hob Wolfgang Rapp (CDU) hervor. Schließlich warte der Kreis seit drei Jahren auf das Testat der Bahn. "Der Nutzen muss höher sein als beim jetzigen System", erklärte Werner Stöckle (Freie Wähler). Auf Nachfrage bekam er bestätigt, dass die S-Bahn-Machbarkeitsstudie heute nicht mehr dei Bedeutung hat, wie noch im Jahr 2009. Dies hängt mit dem Ergebnis der Schlichtung und des Stresstests für Stuttgart 21 zusammen. Deswegen wird der Kreis nun gemeinsam mit der Region Stuttgart ergänzende Studien in Auftrag geben, die nach der Sommerpause vorliegen sollen. Die einstimmig beschlossenen Gutachten werden dann S-Bahn-Betriebsmodelle für den Landkreis für die Zeit nach 2020, wenn Stuttgart 21 in Betrieb ist, aufzeigen.

Damit aber der Stauferkreis nicht auf die Fertigstellung von S21 warten muss, wird ebenfalls geprüft, ob die bestehende Regionalbahnlinie Geislingen - Plochingen durch einen S-Bahn-Takt ersetzt werden kann. Dieser Vorlaufbetrieb für einen echten S-Bahn-Anschluss soll dann zum Fahrbahnwechsel 2016/17 in Kraft treten. Die jetzt beschlossenen Studien kosten den Kreis 27 000 Euro.

Als "klares Signal" wertet Landrat Wolff die getroffenen Entscheidungen. Darum hatte intensiv geworben. Es gehe darum, den Kreis im Wettbewerb der Regionen attraktiver zu machen. Das Ziel sei die Integration in den Verbund. Die Untersuchungen sollen dafür die Voraussetzungen und Kosten klären. Dass der Kreis in diesem Bereich dem eigenen Zeitplan hinterher hinke, hänge vor allem mit den Verzögerungen bei Stuttgart 21 zusammen, erklärte der Landrat.

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