Kreis fordert von Kommunen Stellungnahmen zu Grüngutplätzen

In diesem Jahr möchte der Landkreis das Problem mit den Kompostplätzen lösen. Denn der Betrieb der alten Plätze entspricht nicht mehr den Vorschriften.

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Der Abfallwirtschaftsbetrieb war auf großes Interesse vorbereitet. Aber der Bus zum Kompostplatz in Deggingen blieb weitgehend leer.  Foto: 

Die meisten kommunalen Kompostplätze dürfen in der jetzigen Form nicht mehr weiter betrieben werden. "Eigentlich sind sie schon rechtswidrig", sagt Brigitte Schmid, stellvertretende Leiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs des Kreises (AWB). Ein Problem ist das Sickerwasser, das die Grüngutplätze oft ungefiltert in Bäche und Flüsse abgeben. Zudem geht es um die Qualität des Komposts. Die Bioabfallverordnung schreibt einen bestimmten Hygienestandard für den Kompost vor, den die Landwirte ausbringen. Dazu muss unter kontrollierten Bedingungen kompostiert werden. Damit Erreger abgetötet werden, ist laut Schmid über mehrere Tage eine Temperatur von etwa 80 Grad erforderlich. Sonst könnten der Feuerbrand oder Salmonellen oder Neupflanzen wie das Springkraut im Kompost überleben und sich weiter verbreiten.

Ein Problem der kommunalen, nicht eingezäunten Sammelplätze ist oft die mangelnde Kontrolle. Manche Zeitgenossen laden dort ihren Hausmüll ab.

Um das Qualitätsproblem zu lösen, will der Kreis zentrale, eingezäunte und überwachte Plätze für gleich mehrere Kommunen anlegen. Dies sorgt aber bei vielen Bürgern für Unmut, weil sie dadurch die bequeme Grüngutabgabe vor Ort verlieren würden. Die Alternative wäre, die Städte und Gemeinden versuchten auf ihren Plätzen die Anforderungen einzuhalten. Dazu müssten sie Personal einstellen, die Sammelstellen umzäunen, Öffnungszeiten festlegen und für eine ordentliche Entwässerung sorgen. Ein Großteil der hohen Kosten bliebe an den Kommunen hängen. Dies wäre auch bei der dritten Variante der Fall, bei der die Kommunen Sammelplätze einrichten und der Kreis holt dort das Grüngut zur Kompostierung ab.

"Wir erwarten, dass sich die Kommunen im ersten Quartal äußern", sagt AWB-Vizechefin Schmid. Um die Meinungsfindung zu beschleunigen, lädt der AWB gerade Vertreter der Kommunen zur Besichtigung des Kompostplatzes in Deggingen ein. Neben Schmid und einem ihrer Kollegen sind gestern aber nur zwei Interessierte in dem Bus, der 50 Personen Platz geboten hätte, ins Täle gefahren.

Das Thema Kompostplätze wird derzeit in vielen Gemeinderäten beraten. Lauterstein befasst sich am Donnerstag mit dem Grüngut. Dem Kreis schwebt vor, dass Lauterstein zusammen mit Böhmenkirch eine Raumschaft bildet und einen kreiseigenen Kompostplatz erhält.

In Donzdorf wird das Thema am nächsten Montag beraten. Hier könnte es gemeinsam mit Süßen und Salach zu einem Kompostplatz kommen. Im Oktober 2011 war ein gemeinsamer Grüngutplatz für Salach und Süßen, der am östlichen Ortsrand von Salach hätte angelegt werden sollen, am Anwohnerprotest gescheitert. Im Böhmenkircher Gemeinderat war jüngst die Rede davon, dass ein Kompostplatz für die drei Kommunen, womöglich auch noch für Gingen am östlichen Ortsrand von Süßen, im Bereich der früheren Firma Kellerbau angelegt werden könnte.


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