Kreativität unterm Kreuz

In der vom evangelischen Jugendwerk arrangierten Projektwoche "School@Church" konnten sich Schüler frei in der Stadtkirche bewegen und dort gestalterisch zeigen, wie viel Kreativität in ihnen steckt.

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Ein positives Fazit zogen die Veranstalter der Projektwoche "School@Church" mit etwa hundert Acht- bis Zehntklässlern in der Stadtkirche Göppingen.  Foto: 

"Du sollst kommen und staunen, wenn Jugendliche, Schule, Kirche und Kunst zu einer Einheit verschmelzen." Natürlich kein elftes Gebot, vielmehr ein Appell an die Bevölkerung, offen für Neues aus Sicht junger Künstler zu sein. Eine Woche lang verwandelte das Evangelische Jugendwerk die Stadtkirche in ein großes Atelier, wobei die Jugendlichen das Gotteshaus in einem neuen Licht erlebt haben - nicht nur als Haus, in dem fest Grundsätze gelten, sondern als ein offenes christliches Haus, in dem man sich frei bewegen kann und viel über Kunst erfährt. "Komm an, mach dich fest", lautete die Losung in der Ankommensphase, in der die Jungen und Mädchen mittels farbigem Klebeband ihre Vornamen auf dem Boden offenbarten, oder wie Jugendreferent Oliver Frank es nennt: "mit der Kirche verorten".

Etwa hundert Acht- bis Zehntklässler der Bad Boller Blumhardtschule, der Pestalozzi-Schule und des Freihof-Gymnasiums Göppingen sowie der Eislinger Dr-Engel-Realschule bearbeiteten in der Projektwoche "School@Church" gemeinsam mit regionalen Künstlern ein vorgegebenes Thema, wobei die drei Experten lediglich, was Handhabung und Technik anbetraf, zur Seite standen. Nach dem Motto "Die Gedanken sind frei" blieb es den Schülern überlassen, was und wie sie ihre Ideen zu Papier brachten. Marion Gaiss war Ansprechpartnerin für die Vielfalt an religiösen Zeichen und Symbolen. Da diese meist in Weiß gehalten waren, bildeten sie dadurch einen interessanten Kontrast zu dem in rot-lila-grauen Tönen abstrakt wirkenden Hintergrund.

Noch alle zehn Gebote im Kopf? Nur rein fachliche Tipps, was einzelne Bilder oder mehrteilige Fotostrecken anbetrifft, gab Uwe M. Mayer. So geht der erhobene Mittelfinger als Mahnmal gegen das zweite oder vierte Gebot freilich nicht auf sein Konto.

Detlev Schorlau entführte die Jugendlichen an einen für uns alle unbekannten Ort. "Wie stelle ich mir das Paradies vor?", lautete die "Malvorlage" des 72-jährigen. So beeindruckend, fantasiereich und vielfältig die Bilder, so positiv überrascht war er von der konstruktiven Zusammenarbeit mit den Schülern. "Nett, freundlich und zuvorkommend" seien sie gewesen, "sie haben uns und unseren Rat angenommen und dann den Pinsel einfach laufen lassen", so Schorlau.

Und wie sieht nun der Garten Eden aus? Zu sehen sind Sternenhimmel, Mondlicht, Feuerwerk, Sonnenuntergang, Meereswellen. Oder wartet dort gar ein Fußballer, der rückseitig zu sehen ist, wie er den Zuschauern zujubelt, indem er beide Hände gen Himmel reckt?

Dank einer 1500-Euro-Förderung von der Jugendwerkstiftung gab es neben den Tagesaktionen zudem freie Workshops in Cajon (Martin Pittner), Irish Dance (Petra Mehnert), Poetry (Nikita Gorbunov) und Hip-Hop-Rap (Dimi). Am Abschlussabend gab es coole Live-Musik aus eigener Feder von der Alternative-Punk-Rockband "My little Rockstar Dream" sowie den Deutsch-Rappern "Azzio und Faz".

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