Krankenhaus-Architekt Ehrle will Klinik der kurzen Wege bauen

Ein Krankenhaus der kurzen Wege soll die neue Klinik am Eichert werden. Das Stuttgarter Architekturbüro Arcass möchte in den oberen vier Stockwerken die Patienten in flexiblen Stationen unterbringen.

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  • Mit diesem Entwurf hat das Architekturbüro Arcass den Auftrag für den Klinikneubau erhalten. 1/2
    Mit diesem Entwurf hat das Architekturbüro Arcass den Auftrag für den Klinikneubau erhalten. Foto: 
  • Die Grafik zeigt die Funktionsbereiche des Krankenhauses. Der grüne Pfeil deutet den Besuchereingang an, der rote die Zufahrt der Krankenwagen. Der gelbe Gebäudeteil sind die vier Stockwerke für die Stationen, darunter sind drei Stockwerke für Notaufnahme, OP und Verwaltung. 2/2
    Die Grafik zeigt die Funktionsbereiche des Krankenhauses. Der grüne Pfeil deutet den Besuchereingang an, der rote die Zufahrt der Krankenwagen. Der gelbe Gebäudeteil sind die vier Stockwerke für die Stationen, darunter sind drei Stockwerke für Notaufnahme, OP und Verwaltung. Foto: 
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Mit exakt 2152 Arbeitstage Bauzeit kalkuliert der Landkreis den Neubau der Klinik am Eichert. So steht es im Rahmenterminplan, den die Kreisräte in der letzten Sitzung des Kreistags vor der Sommerpause erhalten haben. Die Arbeiten wären dann am 6. April 2022 beendet, falls der Zeitplan eingehalten wird. Der Abbruch der jetzigen Klinik am Eichert, für den ab Mitte 2021 zehn Monate vorgesehen sind, sowie der Bau eines Bildungszentrums auf dem Gelände der jetzigen Energiezentrale werden als Abschluss dieser mehr als achtjährigen Bauzeit genannt.

Der Terminplan beginnt mit dem Jahresbeginn 2014. Zu dem Zeitpunkt hatte die Krankenhaus GmbH schon mit der Auswahl der Projektsteuerer, Planer und Architekten begonnen. 18 Architekturbüros hatten sich auf eine europaweite Ausschreibung beworben, fünf Büros hatten sich für zweite Phase qualifiziert. Sie stellten ihre Entwürfe Ende Mai in der Akademie Bad Boll dem Auswahlgremium vor, das sich dann für das Stuttgarter Architekturbüro Arcass entschieden hat. Wie berichtet, hat der Kreistag am Freitag diese Entscheidung der Krankenhaus GmbH zustimmend zur Kenntnis gewonnen.

Der Entwurf, den die Arcass-Partner Manfred Ehrle und Erika Putz erläutert haben, kommt mit erstaunlich wenig Platz aus. Durch die Anordnung der Funktionsbereiche sei es gelungen, den Raum effizient zu nutzen. Dies führe zu kurzen Verbindungen, sagte Ehrle gestern gegenüber der NWZ. Der Diplom-Architekt glaubt, gut mit dem vorhandenen Grundstück auskommen zu können. "Es ist ein Filetstück. Wir können großzügig an die Dinge heran." Da sei in Innenstadtlagen schon unter viel schwierigeren Verhältnissen gebaut worden.

Ehrle und seine Kollegen möchten auf insgesamt sieben Stockwerken bauen. Das Modell ist auf 625 Planbetten ausgelegt. Die Pflegestationen nehmen in Form einer eckigen acht die oberen vier Stockwerke ein. Alle Patientenzimmer seien nach außen ausgerichtet. Es wird Ein- und Zweibettzimmer geben. Die Stationen werden so nebeneinander gelegt, dass sie "atmen" können. Dies bedeutet, dass Patienten auch mal in der Nachbarstation versorgt werden können, wenn eine Abteilung belegt ist. Die Klinik hofft, so ihre Kapazitäten effizienter nutzen zu können.

Im Erdgeschoss sind auf einer Ebene die zentrale Notaufnahme und die Radiologie vorgesehen. Im ersten Stock sollen die Operationssäle und die Intensivstationen kommen. Im zweiten Stock werden schließlich die Büros der Krankenhausverwaltung untergebracht.

Der Arcass-Plan nutzt die Hanglage aus und strebt kurze Wege an. Durch das Gebäude soll in Nord-Süd-Richtung eine zentrale Magistrale führen von der aus alle Bereiche zu erreichen sind. Zudem sollen die Wege zwischen den Stationen und den medizinischen Abteilungen so angelegt werden, dass die Patienten nicht durch die öffentlichen Bereiche geschoben werden müssen, erläutert Ehrle.

Ob dies wie vorgeschlagen umgesetzt wird, muss sich noch zeigen. Die Krankenhaus-GmbH weist darauf hin, "dass die derzeit gezeigten Modelle des Klinik-Neubaus nur Lösungsvorschläge sind". Nach den Sommerferien steigen die Architekten dann in enger Abstimmung mit der Klinik, den Prozessplanern und den Projektsteuerern in die Planungsphase ein. Das Neubau-Modell könne sich noch vom Lösungsvorschlag unterscheiden.

Derzeit läuft die Planung des Neubaus des Parkhauses, der Kindertagesstätte und der Personalwohnungen. Diese Gebäude und Plätze müssen dem Neubau weichen.


Steuerung

Projektleiter Erster Ansprechpartner für den Neubau der Klinik am Eichert ist Alessandro Foglia. Er ist bei den Alb-Fils-Kliniken angestellt und vertritt den Bauherrn. Foglia ist Bauingenieur. Er arbeitete bisher in Villingen-Schwenningen und hat dort den Krankenhausneubau geleitet.

Effizienz Prozessplaner ist Archimeda (Dr. Hartwig Jäger, Hamburg). Jäger ist für die Abstimmung mit den Mitarbeitern zuständig und soll vorschlagen, wie eine Prozessoptimierung baulich umgesetzt wird.

Aufsicht Projektsteuerer ist das Büro Hitzler Ingenieure. 

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