Konzentrierte Kreativität bei "Kunst im Dorf"

Raus aus dem Alltag, rein in ein ganzes Dorf voller Bilder, Skulpturen, einfallsreicher Kreationen. Das war am Sonntag in Oberwälden möglich. Der Ort war bei der Oberwälder Kirbe Kulisse für 36 Künstler.

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Ein Rundweg durch die gesamte Ortsmitte. Hin zu Garagen, alten Scheunen, ausgeräumten Ställen, leer stehenden Häusern, in die Kirche, in Gärten oder sogar in eine Baustelle. All diese Lokalitäten hatten sich gestern für einen Tag in Galerien verwandelt: Es war wieder "Oberwälder Kirbe & Kunst im Dorf".

Hunderte, vermutlich sogar tausende von Besuchern ließen sich einladen. Überall gab es etwas zu sehen und zu entdecken. Vom Efeu bewachsene Fachwerkhäuser, getöpferte Skulpturen, die sich inmitten der bunten Blüten der Bauerngärten versteckten oder aufgerissene Scheunentore, die wie Magnete wirkten und die Gäste verschluckten. Sie alle kamen aus dem Staunen kaum heraus. 36 Hobby- und Profikünstler präsentierten eine Vielfalt an Kunst, die auch diejenigen begeisterte, die nur ihrem Partner zuliebe mitgekommen waren.

Allein die Malerei in ihren Variationen kam im Oberwälder Ambiente auf andere Art und Weise zur Geltung: vor Backstein, Gips oder abgehängten Regalen im Hintergrund, auf OSB-Platten oder vom Fachwerk eingerahmt. Acryl, Aquarell, Öl, Rost und Patina, abstrakt oder konkret, gedämpfte oder leuchtende Farben, in Übergröße oder minimal.

Dazu all die Künstler, die sich auf völlig anderes Material oder andere Gestaltung einlassen. Fliesenmosaik als Kugeln oder zum Gestalten des Gesichts Mahatma Gandhis. Eine Skulptur aus einer Schrott-Marabufedern-Glasstein-Kombination. Metall-Stein-Vögel. Hingucker aus Filz. Schuhabdrücke auf Glasplatten. Holzkreationen.

Ausdruck von Emotionen

Die Ideen der kreativen Garde scheinen unerschöpflich und bei der "Kunst im Dorf" beeindrucken sie im Konzentrat. Für die einen Künstler ist ihr Hobby pure Entspannung, andere geben ihren Emotionen damit einen sichtbaren Ausdruck, und wieder andere nutzen diese Möglichkeit, um "als Künstler Kritik anzubringen". Ein solcher ist Rüdiger Wichmann, der sich vorwiegend dem Material "Birke Multiplex" verschrieben hat. Als Künstler bringt er deren Maserung zwei- und dreidimensional zur Wirkung.

Faszinierend war so manche Scheune, deren schiere Größe allein die Künstler-Arbeiten zur Wirkung brachte, wie das Panorama-Foto von Ewald Nägele in Mühlhäusers Tenne. Oder die Kooperation zwischen dem Lichtkünstler Thomas Esslinger und der Malerin Roswitha Walenczyk. Esslinger hat die farbenfrohen Abstraktionen der Wangenerin abfotografiert, einzelne Segmente davon großflächig auf Textiloberfläche aufgezogen, aneinandergekoppelt und von hinten beleuchtet. Das führte zu einer verblüffenden Hingucker-Wirkung im diffusen Licht der alten Pfarrscheuer.

Verstecken müssen sich auch die Grundschüler nicht, deren Werke in der Alten Schule ausgestellt sind und einiges an Lob einheimsten.

Der Verein der Dorfgemeinschaft Oberwälden, der die Veranstaltung organisiert hat, hat sich einen breiten Rahmen um die bildende Kunst einfallen lassen. Musikalische Künstler - mit Trommeln, Dudelsack, Akkordeon oder als Gesangs-Duo - sorgten für das Verwöhnen der Ohren, die Zirkusgruppe des TV Wangen für das Vergnügen der Kinder und viele Mitarbeiter dafür, dass es Gaumen und Magen gut geht. Der Regen, der im Lauf des Nachmittags einsetzte, führte nicht zum abrupten Ende der Veranstaltung. Zelte, Pavillons und Scheuern schützten gegen die Witterung und die ausgestellte Kunst war meist professionell beleuchtet.

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