Konflikt in der Verwaltung bricht offen aus: Baudezernent Brinker fühlt sich ausgegrenzt

|

Ein seit längerem schwelender Konflikt in der Göppinger Stadtverwaltung ist am Donnerstag offen ausgebrochen: Baudezernent Olav Brinker erklärte in einer öffentlichen Ausschusssitzung, er sei an der Ausarbeitung des städtebaulichen Vertrags mit den Investoren des geplanten Einkaufszentrums nicht beteiligt worden. "Ich wurde an dem gesamten Prozess nicht beteiligt und bin über diese Vorgehensweise außerordentlich erschrocken."

Wiederholt hatte Brinker in den vergangenen Monaten in Einzelgesprächen gegenüber Stadträten berichtet, dass er von Oberbürgermeister Guido Till systematisch ausgegrenzt werde. So steht unter anderem der Mobbing-Vorwurf im Raum, Brinker werde von Till und anderen Mitarbeitern der Verwaltung absichtlich über wichtige Termine nicht informiert und von wichtiger Post abgeschnitten. In der öffentlichen Ausschusssitzung sagte Brinker: "Meine eigenen Mitarbeiter wurden vergattert." Der Baudezernent erhob in diesem Zusammenhang auch Vorwürfe gegen Stadtplanerin Eva Noller und Tiefbauamtsleiter Helmut Renftle. Stadtrat Joachim Hülscher (Freie Wähler/VUB) kritisierte, dass Renftle diesen Mittwoch eine äußerst wichtige E-Mail, die den städtebaulichen Vertrag für das Einkaufszentrum betrifft, zwar an OB Till und Noller, nicht aber an den Chef des Baudezernats geschickt habe. Christoph Weber, der Vorsitzende der Fraktion der Grünen, machte seinem Unmut über die Isolierung Brinkers innerhalb der Verwaltungsspitze Luft und sagte: "Herr Brinker ist unser Baudezernent. Er ist vom Gemeinderat gewählt worden."

Stadtrat Christian Stähle (Die Linke) reichte gestern Dienstaufsichtsbeschwerde gegen OB Till ein - "wegen grober Verletzung seiner Pflichten als Arbeitgeber". Stähle spricht von einem "Skandal".

OB Till zeigte sich gestern "betroffen" über die Äußerungen Brinkers und kündigte für kommende Woche ein klärendes Gespräch an. Brinkers Kritik und den Vorwurf der Ausgrenzung wies Till jedoch mit Nachdruck zurück. Über den städtebaulichen Vertrag und die Entwürfe für das Einkaufszentrum sei in fast jeder Bürgermeisterrunde gesprochen worden. Den endgültigen Vertragsentwurf habe auch er erst kurz vor der Sitzung erhalten, so Till. Kritiker

in Verwaltung und Gemeinderat halten Brinker als Baubürgermeister für überfordert.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Freibäder im Landkreis machen Schotten dicht

Die Freibad-Bilanz fällt durchwachsen aus. Die einen verbuchen eine schlechte Saison, bei den anderen sieht’s besser aus. weiter lesen