KOMMENTAR · WINDKRAFT BEI WANGEN: Bekenntnis zur Energiewende

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Wenn das keine gute Nachricht ist: Wangen sagt Ja zu einem Windkraftstandort am ehemaligen Bundeswehrdepot bei Oberberken. So darf man die Stimmung bei der Bürgerinformation deuten, die Bürgermeister Daniel Frey abgehalten hat. Protest blieb aus. Damit bestätigt sich in Wangen, was sich als landesweiter Trend abzeichnet: Die Bürger laufen keineswegs Sturm gegen Windräder in der Landschaft, wie das zu vermuten war. Sie wehren sich nicht gegen die "Verspargelung". Ob sie zustimmen oder ablehnen, hängt vom Standort ab. Mehr noch: Sie finden es interessant, in die Windkraft zu investieren.

Dann kann es ja noch etwas werden mit der Energiewende, die das Land braucht, wenn es beim endgültigen Abschied von der Atomenergie bleiben soll. Solange man sagt: Windräder bitte nicht bei uns, die gehören in die Nordsee, tut sich nichts. Das Beispiel Wangen macht Mut, ebenso die Ausweisung eines Windkraftstandorts bei Wäschenbeuren. Der Schurwald, so lautet die Botschaft, öffnet sich für die Windenergie.

Die Landesregierung hat diesen Umschwung in Gang gebracht - auch mit Druck. Für Gemeinden ist es ratsam, Standorte festzulegen, weil ihnen sonst Investoren Windräder an unerwünschte Stellen setzen können. Ebenso wichtig ist, dass die Bürger die Windkraft akzeptieren. Dann können sie auch selber Windräder aufstellen, wenn es an Investoren fehlt.

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Kommentare

24.02.2012 12:31 Uhr

Herzlichen Dank!

Besser kann man das nicht formulieren!
Sachargumente sind ja leider kaum gefragt, wer nicht "ohne wenn und aber" für den Ausbau der Regenerativen Energien ist, oder sogar wagt, Fragen zu stellen, ist bei vielen Mitmenschen gleich des Teufels, wenn nicht Schlimmeres:-)
Scheint, die Zeit von Glaubenskriegen ist noch lange nicht vorbei.
Und das ist schade, denn ein behutsamer, sinvoller und mit einem schlüssigem Konzept unterlegter Umbau und eine Weiterentwicklung der Energieversorgung in Europa ist zwingend notwendig.

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24.02.2012 10:09 Uhr

Bekenntnis?

Eine "Bekenntnis" zur Energiewende? Das ist sehr interessant, rein sprachlich. Normalerweise "bekennt "man sich zu einer Tat - meistens einer Schandtat: Das Bekennerschreiben einer Terrororganisation fällt einem da ein.

Ebenfalls geläufig ist das Bekenntnis als Glaubensbekenntnis: Man bekennt sich zu einer Religion oder einer bestimmten Konfession.

Wie aber kann man sich zu einer Energiewende "bekennen"? Soll das heißen, daß man da für einen "Glauben" Zeugnis ablegt? Das könnte in der Tat den Kern der Sache treffen - denn daß man mit Windrädern die Stromversorgung sicherstellen kann und die Welt rettet, ist tatsächlich ohne ein hohes Maß an religiösem Glaubenseifer nicht so recht denkbar.

Andererseits könntge es auch ein klares Bekenntnis zum hermmungslosen Gewinnstreben sein - schließlich besticht die Landesregierung die Bürger ja mit tollen Aussichten auf enorme private Gewinne, wenn sie ihre Landschaft zur Zerstörung freigibt.
Das macht Mut! Jawoll!

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