KOMMENTAR · STREITGESPRÄCH: Es liegt am Verbraucher

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Beide haben recht. Hie der Kreisbauernchef Hermann Färber, der nur zu gut weiß, dass die Landwirtschaft einem knallharten Marktgeschehen unterworfen ist, bei dem es alles andere als fair zugeht. Dort der Grünen-Abgeordnete Harald Ebner, der die Landwirtschaft ökologischer gestalten will, damit sie allen nützt: dem Erzeuger, dem Verbraucher, der Tierhaltung und der Umwelt. Das schwarz-grüne Streitgespräch in Göppingen war ein Duell Vorsicht kontra Mut.

Die Kontrahenten haben unterschiedliche Antworten auf die Kernfrage, die da heißt: Zieht der Verbraucher mit, wenn die hiesigen bäuerlichen Familienbetriebe Flächen aus der intensiven Bewirtschaftung nehmen und die Tierhaltung verbessern? Die Politik kann Zuschüsse lenken, die Entscheidung liegt aber beim Verbraucher. Nach Färbers Erfahrung gelingt der Bio-Weg nur sehr bedingt. Sein Beispiel: Er müsse sich Abnehmer für Weihnachtsgänse hart erarbeiten, die im Bauernhof fast das Dreifache kosten als im Supermarkt. Der Verbraucher sei auch vielschichtiger als man denke, er kaufe Bio im Supermarkt und gehe gleichzeitig zu McDonalds.

Vorsicht ist richtig und Mut auch: Warum nicht den Weg von Bio und Regio ausloten, wie es Ebner empfiehlt. Er liegt im Trend, vielleicht trägt er ja weiter als gedacht. Lohnenswert ist jedenfalls, die vernachlässigte Züchtung von Eiweißpflanzen wieder aufzugreifen, die den Böden und der Umwelt gut tun.

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