KOMMENTAR · PARTEIAUSTRITT: Logische Konsequenz

|

Wenn einer die Bibel zum Parteiprogramm gegen Schwule und Lesben machen will, dann hat er in der FDP nichts zu suchen. Insofern ist der mit großem Gepolter verbundene Austritt von Georg Gallus nur folgerichtig. Die Frage ist eigentlich, warum der streitbare Ex-Staatssekretär aus Hattenhofen so lange mit diesem Schritt gewartet hat.

Immerhin gehörte die Gleichberechtigung von Minderheiten - auch der homosexuellen - schon immer zu den Kernthemen der Liberalen. Daran ändert nichts, dass die FDP ihr Selbstverständnis als Bürgerrechtspartei zeitweise anderen vermeintlich wichtigeren Themen untergeordnet hat. Immerhin haben die Freidemokraten einen Mann erst zum Vorsitzenden und dann zum Außenminister gemacht, der mit einem Mann zusammenlebt. Mit seiner Auffassung, Homosexualität sei Sünde, und seinem antiquierten Familienbegriff dürfte Gallus im Zeitalter von Patchwork-Family und allen erdenklichen anderen Lebensgemeinschaften in der FDP zurecht ziemlich allein dastehen, zumal er dies auch noch mit der Bibel begründet. Besonders gottesfürchtig war die FDP selten. Es sei nur erinnert an die Forderung nach einer strikten Trennung von Kirche und Staat in den siebziger Jahren.

Sicher hat Gallus Recht, wenn er sagt, Menschen, die ein Kind adoptieren wollen, müssen vorher einer strengen Prüfung unterzogen werden. Das gilt aber für hetero- genau so wie für homosexuelle Paare.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

06.05.2012 17:06 Uhr

schwobaseggl

Die getroffene Entscheidung von Herrn Gallus halte ich für aller Ehren wert!
Allerdings halte ich es aber, um den eingeschlagenen Weg der Heiligung von Herrn Gallus auch weiter zu befördern, für unbedingt notwendig, dass Herr Gallus nun auch auf die von ihm bezogene Staatssekretärspension verzichtet, da diese ja nur im Rahmen der Mitgliedschaft in dieser „sündigen" Partei erlangt wurde.
Für den frommen Herrn Gallus dürfte dies keinen allzu großen Verzicht darstellen, denn die Bibel lehrt uns Gerechtfertigten ja:
Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Matthäus 6.24

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Heftiger Streit am Kriegerdenkmal

Gut 15 Vermummte haben am Sonntag fünf Personen am Kriegerdenkmal in der Mörikestraße angegriffen. Einer der fünf erlitt schwere Verletzungen. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Streit politisch motiviert war. weiter lesen