Kommentar · NEONAZI-PROZESS: Keine harmlosen Spinner

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So etwas hat es in Baden-Württemberg bislang wohl noch nie gegeben: Vier mutmaßliche Neonazis stehen vor Gericht, terminiert sind bisher sage und schreibe 100 Verhandlungstage. Ein Mammutprozess, den sich die Stuttgarter Richter da vorgenommen haben. Das lässt hoffen. Auf eine akribische Aufarbeitung all der Taten, die den Rechtsextremisten der Autonomen Nationalisten Göppingen zugeschrieben werden. Und auch auf ein sich veränderndes Bewusstsein, gerade auch im Landkreis Göppingen, wo allzu oft gerne auch mal weggeschaut wurde.

Denn Daniel Reusch und Konsorten sind eben nicht die harmlosen Spinner von nebenan, nicht geistig Verwirrte oder minderbemittelte Schwachmaten. Zwar gilt auch für diese Angeklagten die Unschuldsvermutung, doch die zehnmonatige Untersuchungshaft für zwei der Männer sowie die 100 angesetzten Verhandlungstage deuten darauf hin, dass es sich hier um gefährliche Brandstifter handelt - mindestens um geistige.

Es wird spannend werden, zuzuschauen, was der Prozess alles ans Licht bringt. Einige der Taten sind sicher bereits bekannt, andere womöglich nicht. Doch die entscheidende Frage ist: Was treibt junge Männer dazu, solch eine menschenverachtende Gesinnung auszuleben? Woher kommt dieser Hass? Was haben Andersdenkende ihnen getan? Warum haben sie sich ausgerechnet im Kreis Göppingen zusammengefunden? Vielleicht fördert das Gericht Antworten zutage.

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