KOMMENTAR · INNENSTADT-GESTALTUNG: Besser spät als nie

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Ortskundige Besucher der Göppinger Innenstadt werden sich verwundert die Augen reiben, wenn sie den ersten Satz der neuen Göppinger Gestaltungssatzung mit der Realität vergleichen: "Aufgrund der geringen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg konnte die Stadt Göppingen ihre städtebaulichen Qualitäten in der Innenstadt bewahren", steht da. Und: Fehlentwicklungen wolle die Stadt "rechtzeitig begegnen". Die schlimmsten architektonischen Missgriffe sind aber schon passiert. City-Bau, Friedrichsbau oder Staufencenter haben längst jeden Maßstab gesprengt. Fassaden-Ungetüme wurden durchgewunken. Und vom jetzt als bedeutend erachteten historischen Gebäuderaster oder klassizistischen Strukturmerkmalen war selbst zur Jahrtausendwende noch kaum die Rede.

Natürlich ist es Zeit, dass Göppingen sich seines Stadtbilds annimmt. Zumindest die Herausforderungen sind auch richtig analysiert: Nur mit hochwertiger Gestaltung kann die Kernstadt ihre Attraktivität als Einkaufs-, Wohn- und Ausgeh-Standort halten. Ein Regelwerk kommt da besser spät als nie. Es ist aber ein Balance-Akt zwischen öffentlichen und privaten Interessen. Erst die Zukunft wird zeigen, was die Gestaltungssatzung wirklich bringt. Sie erhebt zwar den Anspruch, "Mängel der Bausubstanz und im öffentlichen Raum zu beheben". Die Bauherren der geplanten Apostelhöfe müssen sich an die Satzung aber laut erstem Entwurf schon mal nicht halten.

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