KOMMENTAR · FASNET: Den Zenit überschritten

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Nachtzumzug hier, Narrensprung da, neue Gruppen, immer mehr Masken. Die Fasnet oder - je nach Geschmack - der Karneval war auf einem Wachstumskurs, der keine Grenzen zu kennen schien. Selbst Städte wie Göppingen, die keine wirkliche Faschingstradition haben, wurden vom närrischen Treiben ergriffen. Auch in Dörfern wie Winzingen oder Nenningen, denen man eine lange Fasnetstradition zutrauen würde, sind die Gruppen im Häs noch jung.

Noch in den 1970er Jahren hielten im Kreis nur wenige Hochburgen wie Donzdorf die Fasnet am Leben, dann setzte aber ein unglaublicher Boom ein, der jetzt offenbar seinen Zenit überschritten hat. Wobei die einzelnen Zünfte bisher nicht über Nachwuchsmangel klagen. Die vielen Mitglieder sind weiterhin aktiv und kreativ.

Die bunten Kostüme und witzigen Ideen sollen aber auch einen Widerhall bei den Zuschauern finden. Rund 30 000 Besucher beim großen Donzdorfer Umzug sind eine gewaltige Hausnummer, es waren aber auch schon 10 000 mehr. Viel deutlicher wurde das schwindende Interesse beim Donzdorfer Narrensprung am Sonntag, wo auf jeden Zuschauer etwa acht Teilnehmer kamen. Diese Relation stellt den Zweck eines Umzugs geradezu auf den Kopf. Größe und Gruppenzahl allein sind offenbar kein Zuschauermagnet. Die Narren werden sich daran gewöhnen müssen, dass ihr Treiben in den nächsten Jahren vielleicht eine Nummer kleiner ausfallen wird. DANIEL GRUPP

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