KOMMENTAR · EINKAUFSZENTRUM: Tristesse in der Bleichstraße

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Was hatten sie nicht alles versprochen, um die Göppinger Stadträte in Richtung Bleichstraße zu lotsen: "Wir könnten hier sofort starten", hatte Immobilienbesitzer Simon Schenavsky über ein Einkaufszentrum gesagt. Sonae-Sierra-Chef Thomas Binder hatte Krokodilstränen vergossen, als die Entscheidung im Frühjahr um einige Wochen verschoben wurde. Die Möchtegern-Investoren beklagten damals den Zeitverlust. Mit umkomplizierter Verwirklichung und verfügbaren Grundstücken hatten sie geworben. Das war ein mitentscheidendes Argument gegenüber der Konkurrenz.

Nun, ein halbes Jahr später, entpuppt sich das alles als Schall und Rauch. Kaum wird es ernst, kriegen sich die Investoren in die Haare. Geklärt war vorher offenbar nichts. Die nach außen zelebrierte starke Partnerschaft im Sinne der Stadt erweist sich als reine Monopoly-Runde.

Das ist nicht nur ein Affront gegenüber Rathaus-Chef Guido Till, der sich schon früh für die Bleichstraße stark machte und kürzlich sogar vergebens zum Krisentreffen nach München reiste. Auch die Stadträte und die Bürger müssen sich verschaukelt fühlen. Schließlich war das Votum für die Bleichstraße die vermeintlich letzte Runde eines nervtötenden Tauziehens um den richtigen Standort. Das vollmundig gepriesene Vorhaben in der Bleichstraße, schon um C&A abgespeckt, verschwimmt vollends im Winterdunst. Trübe Aussichten.

ARND WOLETZ

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