KOMMENTAR · AFFÄRE: Kein Pappenstiel

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Die Erklärung des Landratsamts spricht eine deutliche Sprache: Herbert Fitterling, Hüter der Eislinger Finanzen, hat ein mittelschweres Dienstvergehen begangen. Laut Paragraf 29 des Landesdisziplinargesetzes wird dabei das Vertrauen des Dienstherrn oder der Allgemeinheit in die Amtsführung "erheblich beeinträchtigt". Was sich Fitterling als Erster Beigeordneter bei der Kreiselkunst-Affäre geleistet hat, ist also kein Pappenstiel - auch wenn er sich persönlich nicht bereichert hat. Vielmehr geht es um Ehrlichkeit, Moral und Aufrichtigkeit - Tugenden, die die Bürger gerade von Politikern erwarten können und müssen.

Für das Landratsamt ist die Kreiselkunst-Affäre nun abgehakt. Die Eislinger Stadträte müssen sich jedoch fragen, ob sie einfach zur Tagesordnung übergehen und schrittweise wieder Vertrauen aufbauen wollen - wohlwissend, dass viel Porzellan zerschlagen wurde. Hier ist der Gemeinderat als Aufsichtsgremium gefordert. Er hat die Möglichkeit, Fitterlings Aufgabengebiet per Beschluss zu ändern - oder eben die Sache endgültig ad acta zu legen.

Rathauschef Klaus Heininger hat bereits im Oktober mit seinem engsten Mitarbeiter die Friedenspfeife geraucht - ein unausweichlicher Schritt zum Wohl der Stadt. Sein Vorstoß, die Sache aufzuklären und eben nicht - was sicher viel bequemer gewesen wäre - unter den Teppich zu kehren, verdient Respekt und ist ein Signal für Offenheit und Transparenz im Rathaus. SUSANN SCHÖNFELDER

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