Kliebers "Kontraste"

Der in Göppingen geborene Künstler Ulrich Klieber stellt in Geislingen Malereien aus verschiedenen Schaffensphasen aus. Die Vernissage in der Galerie im Alten Bau ist am Sonntag, 16. März, ab 11 Uhr.

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Ulrich Klieber beim Aufhängen seiner Exponate in Geislingens Galerie im Alten Bau. Von Sonntag an kann sich das Publikum hier einen Eindruck von seinem Schaffen machen. Foto: Markus Sontheimer

Anlässlich seines 60. Geburtstages stellt der gebürtige Göppinger Künstler Ulrich Klieber, der in Murnau, Adelberg und Halle lebt und in Halle eine Professur innehat, Malereien aus verschiedenen Schaffensphasen aus. "Kontraste" überschreibt er die Ausstellung in Geislingens Städtischer Galerie im Alten Bau, deren Schwerpunkt auf Reisebildern aus Vietnam und den USA liegt.

Im Werk dieses mit vielen Preisen und Stipendien ausgezeichneten Künstlers, der auch durch sein Wirken als Professor und Verfasser von Lehrwerken viele Generationen von Künstlern prägte und noch heute prägt, spielt stets der Bezug zu dem, was unsere Welt bietet, eine große Rolle. Seine Arbeiten können als bildkünstlerische Auseinandersetzungen und als Reaktionen auf unsere Welt und ihre seltsamen, vom Menschen geprägte Erscheinungsformen und vor allen Dingen das Rückwirken dieser auf den Menschen verstanden werden. Dem begegnen die Arbeiten in einer ausdrucksvollen, direkten Bildsprache, die wuchtig und kraftvoll ist und die mit übersteigerter, zum Teil poppig bunter Farbigkeit, mit (ein-)geritzter, grafisch anmutender Linearität sowie Aspekten der Collage arbeitet.

Kliebers erste große Schaffensphase war von London und der Literatur Virginia Woolfs geprägt: Figuren und Typen, die malerisch kraftvoll, scheinbar schnell hingeworfen sind und sich in ihrer zum Teil grellen Erscheinung, ihren banalen Handlungsweisen, ihrer Isolation entlarven. In den nachfolgenden Phasen reagierte Klieber mehr und mehr auf Zersetzungen und Zerstückelungen, die als Phänomen zu beobachten waren und die zu Collagen und Rasterbildern führten, in denen das Figurative auch noch Platz fand. Später, in den Murnau-Bildern, gewinnt die Stille und Ruhe sowie Chronologisches, das bildnerisch erzählt werden will, Raum.

In den zum Teil gerasterten Reisebildern zeigen sich neue Eindrücke, die gleichzeitig auf den Künstler als beobachtenden Besucher, Privatmann und als vor Ort lehrende Person einwirken und zu einer Innenschau führen, die dann Bild wird. Spezifisches, Gewohntes, Neues, Politisches durchdringt sich - weniger Touristisches. Es zeigt sich der Blick eines reisenden Kenners, der das Ineinandergreifen von Simultanem und Chronologischem tagtäglicher Ereignisse in Form von Kasten-Collagen in Bildern darstellt. Diesen Aspekten widmen sich die Arbeiten des Künstlers, der Japan, Vietnam, Kuba und die USA bereiste. Eindrücke, die im scheinbar schnell entwickelten, collageartig gesetzten Nebeneinander der Bildgegenstände ihren Ausdruck finden und auch Aspekte wie Bilderflut formal wie inhaltlich aufgreifen und thematisieren, zeigen sich auf diesen kontrastreichen, narrativen Arbeiten. Schriftversatzstücke ergänzen das Bildgeschehen und setzen Impulse.

Info Bei der Vernissage wird Geislingens OB Wolfgang Amann die Gäste begrüßen, Stefan Renner wird in die Ausstellung einführen. Werner Dannemann sorgt für den musikalischen Rahmen. Zur Ausstellung erscheint das vom Künstler gestaltete und signierte auf hundert Blätter limitierte "Geislinger Kunstblatt Nummer 4".

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