Klangvoll und versiert

Schon seit Jahren bestreitet das Philharmonische Orchester Ulm das festliche Neujahrskonzert in Eislingen. Und ebenso oft ist die Eislinger Stadthalle bereits lange vor dem Konzerttermin ausverkauft.

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islingen - Festlich gekleidete Besucher, ein eleganter Blumenschmuck im Saal, ein Orchester, dessen Musiker im festlichen Frack auftraten, und ein Dirigent, der schon damit beeindruckte, dass er das wunderschöne Programm auswendig dirigierte: Das Neujahrskonzert beeindruckte nicht nur musikalisch.

Das Philharmonische Orchester Ulm unter ihrem langjährigen Dirigenten Timo Handschuh waren schon häufig zum Neujahrskonzert in Eislingen, ja sie sind dort so bekannt, dass der Bus schon alleine herfindet, sozusagen als Außenstelle des Orchesters, wie Oberbürgermeister Klaus Heininger in seinem Grußwort ausführte.

Launig und fachkundig führte Matthias Kaiser durch das Programm, der den Gute-Laune-Virus auch für 2014 ausstreuen wollte. Das gelang mit der Musik gleich von Anfang an: etwa mit beschwingten Klängen von Rossini aus dem "Barbiere di Siviglia", Liebesgrüßen an die Verlobte von Elgar, rasant bewegter "Leichter Kavallerie" von Suppé und einem bewegenden, einfühlsamen Walzer von Schostakowitsch.

Dirigent Timo Handschuh hinterließ damit eine Visitenkarte, die vom Publikum gerne angenommen wurde und gleich von Anfang an manches Bein zum Wippen brachte. In diesem Block empfahl sich Solistin Catriona Smith, Sopran, mit der Arie der Clorinda aus der selten gehörten Oper "La Cenerentola" als kraftvolle, mit viel Witz und Klangfülle ausgestattete Künstlerin, deren ausgeprägte Mimik das Publikum von Anfang an einnahm.

Zum Träumen und zur Erholung von den dramatisch bewegten, mit teilweise fulminanten Tempi ausgestatteten ersten Stücken kam der zweite Block sehr lyrisch und fast mystisch daher, dessen Überleitung der Walzer Nr. 2 von Schostakowitsch aus seiner Jazzsuite war und der auch als Filmmusik in "Eyes wide shut" diente. Catriona Smith sang das zarte und doch auch dramatische "Lied an den Mond" aus der Oper "Rusalka" von Dvorák. Der beliebte Walzer aus dem Ballett "Schwanensee" von Tschaikowsky bildete den Schlusspunkt vor der Pause. Da fehlte eigentlich nur noch das Ballett im Hintergrund, um eine perfekte Atmosphäre zu schaffen.

Der zweite Teil des Konzerts stand mit Leonard Bernstein und Stanley Black im Zeichen von Film und Musical. Ein orchestrales Feuerwerk lieferten die Musiker ab, die selber genauso Spaß an der Musik hatten wie das Publikum, mit "Conga del Fuego", wobei Trompeten und Percussions sich mit rhythmischer Versiertheit gegenseitig zu übertreffen schienen. Dass Musik auch mit Sozialkritik zu tun hat, das hörte man in den beiden Ausschnitten aus "West Side Story". Mit einem sehr einfühlsamen und weichen "Somewhere" zeigte Catriona Smith noch einmal ihr ganzes Können. Beeindruckend und sehr publikumswirksam war auch das James-Bond-Medley, das "Im Auftrag ihrer Majestät" mit der Lizenz zu außerordentlich professionell gespielter Musik daherkam.

Jazz und Oper bildeten eine gute Verbindung in dem witzigen "The Girl in 14 G" von Jeanine Tesori, in dem das komische Talent von Catriona Smith sich noch einmal entfalten konnte.

Zu einem gute Laune verbreitenden Neujahrskonzert gehört selbstverständlich auch Johann Strauß. Und so war das Ende des Programms dem "Kaiserwalzer", dem lustigen "Im Krapfenwaldl" und der rasanten Polka "Tik-Tak" vorbehalten.

Das Publikum war begeistert von diesem ansprechenden und heiteren Konzertabend, der erst nach drei Zugaben mit dem obligatorischen "Radetzky-Marsch" zu Ende ging. Nach Standing Ovations und viel herzlichem Beifall machten sich Musiker und Publikum in guter Stimmung auf den Heimweg.

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