Kindermusical: Ruhe bewahren im Urwald

Bald beginnt das Sommerfestival auf Schloss Filseck. Wir stellen Menschen vor, die zu dessen Erfolg beitragen. Heute: Beryl Pallasch und Kerstin Folkert.

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Vor genau zehn Jahren hat Beryl Pallasch zum ersten Mal bei einer Kindermusical-Produktion auf Schloss Filseck mitgewirkt – als Assistentin des Regisseurs. Seit 2011 führt sie selbst Regie. „Das Dschungelbuch“ beim diesjährigen Sommerfestival ist bereits ihre fünfte Inszenierung. Dass diese bei den meisten gut ankamen, ist sicher auch ihrem Anspruch zu verdanken: Das jährliche Kindermusical sei schließlich „keine Pillepalle-Veranstaltung“, sagt die fröhliche, zierliche blonde Frau. „Man verlangt Eintritt, da muss man schon was bieten!“

Das wissen auch die Kinder. Die beiden Auftritte vor je rund 800 Zuschauern beim Sommerfestival sind für alle etwas ganz Besonderes, und deshalb sind auch alle bereit, intensiv dafür zu arbeiten – gemeinsam mit Beryl Pallasch, die ein Händchen dafür hat, die Kinder zu ermutigen, zu motivieren, bei der Stange zu halten. Das ganze Jahr über begleitet sie die Chorarbeit von Kirchenmusikdirektor Gerald Buß mit den Kindern der Reuschgemeinde und der Janusz-Korczak-Schule. Immer nach Ostern beginnt dann ihr Regie-Job: die szenische Arbeit mit den Darstellern des kommenden Musicals.

Aber das ist nicht alles. Außer um die Musik (Gerald Buß) kümmert sie sich mit viel Herzblut um alle Belange: von speziellen Kinderwünschen über Besprechungen mit Licht- und Tontechnik und die Planung der Kostüme bis hin zur Herstellung von Requisiten.

Allein ist das nicht zu schaffen. Zum Glück hat Beryl Pallasch gleich bei ihrer ersten Regiearbeit eine Partnerin gefunden, mit der sie seither bestens zusammenarbeitet: Kerstin Folkert. Als deren Sohn 2011 in „Zirkus Furioso“ als Bärendompteur mitwirkte, nähte sie ihm das Kostüm. „Nähen kann sie, engagiert ist sie, schnell, praktisch, unkompliziert . . . die kann man brauchen!“, dachte Pallasch und holte Folkert ins Boot. Durch ihren Wechsel von der Assistenz zur Regie brauchte sie dringend jemanden, der ihr hinter den Kulissen den Rücken frei hält. Folkert erwies sich als gute Besetzung. Selbst in den turbulentesten Situationen behält sie den Überblick, bewahrt Ruhe und beruhigt so auch die aufgeregten Kinder. Denn ein bisschen Affentanz und Krokodilstränen gibt es immer bei bis zu 100 Kindern zwischen vier und zwölf Jahren, zumal wenn Lampenfieber mitspielt und Dinge passieren wie ein verstauchter Fuß oder ein verlorenes Kostüm. Egal was: Pallasch und Folkert bleiben gelassen. Liebevoll trösten, pflastern, suchen und finden sie.

Für beide ist Theatermachen ein reines Hobby. Von Beruf ist Kerstin Folkert Projektleiterin im Produktmanagement einer großen Krankenversicherung – ein Job, in dem sie gut organisiert und strukturiert sein muss. Dies kommt auch dem Kindermusical zugute. Und ihre kreative Ader? Die große, dunkelhaarige Frau lacht: „Auch wenn Du Versicherungsprodukte entwickelst, musst Du kreativ sein“, sagt sie.

Die gelernte, langjährige Kinderkrankenschwester Beryl Pallasch arbeitet seit drei Jahren im Hospiz in Faurndau. Den sterbenskranken Menschen dort erzählt sie viel von den Musical-Proben und -Aufführungen. „Das interessiert die Leute, sie freuen sich, fragen nach, fiebern mit“, erzählt sie. So bereichert die Arbeit mit den Kindern auch ihre Arbeit im Hospiz – und  ist ein guter Ausgleich!

Kindermusical in dieser Verantwortungsbreite ist ein zeitaufwändiges Hobby, und je näher die Premiere rückt, desto mehr Leute müssen ran – auch aus dem familiären Umfeld: Folkerts Mutter steht ihr beim Schneidern mit Rat und Tat zur Seite, ihre Schwester (Erzieherin) hilft bei den Schlussproben. Pallaschs Vater (pensionierter Kunstlehrer) gestaltet die aufwändigen Kulissen; ihre großen Töchter helfen beim Schminken und Anziehen, während der Jüngste mit auf der Bühne steht. So wird Kindermusical zum Familienunternehmen – mit den zwei unermüdlichen „Mamas“: Beryl Pallasch und Kerstin Folkert und ihren rund 100 Musical-Kindern.

Info: „Das Dschungelbuch“ als Kindermusical wird am Montag, 25. Juli, um 10.30 Uhr und um 19.30 Uhr auf Schloss Filseck aufgeführt (bei Regen in der Bürenhalle in Wäschenbeuren).

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