Kindermusical: Noch schwäbelt die falsche Schlange

Es ist jedes Jahr einer der Höhepunkte des Sommerfestivals auf Filseck: das Kindermusical. Wir waren bei einer Probe zum "Dschungelbuch" dabei.

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„Das war jetzt schon richtig gut“, sagt Beryl Pallasch lächelnd zu Saskia und Jon, die beide zur Affenbande gehören. Na, so ein bisschen „A-huga-haga-huga“ zu singen und sich dabei buchstäblich zum Affen zu machen, das kann ja wohl nicht so schwer sein.

Vermutlich gibt es einige, für die gute Proben-Leistung auch bei den Jüngsten eine Selbstverständlichkeit ist, ganz nach dem schwäbischen Motto: „Net g’schimpft isch globt g’nuag“. Für das bestens eingespielte Team der jährlichen Kindermusicals auf Schloss Filseck wäre das freilich der falsche Weg. Gerade dann, wenn wie derzeit die Proben in der heißen Phase sind, legen Beryl Pallasch und Kerstin Folkert großen Wert auf das Seelenleben der kleinen Darsteller. Eine gesunde Mischung aus Gefühl, Zuspruch, Motivation und liebevoller Strenge. Und Ehrlichkeit. Kinder spüren, wenn man schwindelt.

Geschimpft wird freilich nur dann, wenn während der Szenen zu viel und zu laut gequatscht wird. Erfreulicherweise kommt das ganz selten vor, vielmehr verfolgen die Chorkinder während ihrer Singpausen aufmerksam das Geschehen auf der imaginären Bühne. Nicht nur Gerald Buß findet: „Heuer läuft es richtig prima, die Kinder sind konzentriert und offenherzig bei der Sache.“

Das ist natürlich auch den eingängigen Melodien und fröhlichen Texten geschuldet, Mogli und seine tierischen Freunde verbreiten einfach gute Laune. „Ich habe keine Freunde, ähhh, ich habe keine Angst“, schüttelt Valentin nach seinem Versprecher den Kopf. Macht nichts, Versprecher gehören dazu. Woran er allerdings noch feilen müsste, ist, etwas langsamer zu sprechen. Der Regisseurin ist es zu schnell, schließlich soll es für die Zuschauer verständlich sein.

Mittlerweile ist es früher Nachmittag und ziemlich warm im Blumhardt-Haus der evangelischen Reuschgemeinde. Auch wenn die aktuelle Hitze prima zum Dschungelthema passt, denkt man unweigerlich an die armen Darsteller in ihren Tierkostümen. Darin stecken die Gardezwerge aus Wäschenbeuren. Katrin Stanges junge Tänzerinnen haben sich mittlerweile fest in den Musicals etabliert. Gleichfalls nicht wegzudenken im grünen Dickicht ist Balou, der gemütliche Bär, der gerade keine „flüsternde Banane“ zur Hand hat. „Die Banane hängt dann an der Palme, jetzt musst du sie dir eben vorstellen. Tu halt so, als ob du telefonieren würdest, Anna-Elea“, erklärt Beryl Pallasch.

Weiter geht´s. Jetzt schlängelt Kaa daher und der Chor setzt ein. Die Ballade von der falschen Schlange erfordert jede Menge Konzentration. Ein sehr schweres Lied, aufgrund der vielen Zischlaute gar nicht leicht zu singen. „Keine Zzzzzeit, lasssss mich in Ruhe, Dicker“, lautet Anissas Text. Kaum ausgezischt, folgt Gelächter. Das Mädchen kann nicht verhehlen, dass sie durch und durch Schwäbin ist. Klingt hübsch, passe aber nicht so richtig in die Handlung.

Doch Kerstin Folkert ist optimistisch: Das wird schon werden, so viel Text habe die Schlange ja nicht. Schon schaut sie im Drehbuch nach der nächsten Szene, macht sich wichtige Notizen. Zum einen über die Besetzung, zum andern über etwaige Textänderungen. „Svenia, lümmel bitte nicht auf dem Podest herum“, mahnt derweil Beryl Pallasch und gibt Erzählerin Lilli noch einen Tipp. Zum Beispiel zur Ausnutzung der Bühne: Fast alle vergessen, dass sie genügend Platz haben.

Nichts entgeht den beiden Frauen, manches kann noch optimiert werden. Doch das sind nur noch Kleinigkeiten, denn das Dschungelbuch kommt jetzt schon richtig gut.

Info: Für die beiden Aufführungen am Montag (10.30 und 19.30 Uhr im Schlosshof) gibt es noch Restkarten beim i-Punkt in Göppingen.

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