Kinderbetreuung: Private schließen Lücken

In Ebersbach wird ein gewerblicher Träger in die Kindergartenbedarfsplanung aufgenommen. Andere Kommunen setzen auf eigene oder etablierte Einrichtungen, um die notwendigen Plätze zu bieten.

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In der Kleinkindgruppe "Zwergenstübchen" in Bad Boll gibts im Herbst erstmals wieder freie Plätze.  Foto: 

"Für die Stadt ist das ein neuer Weg", sagt der Ebersbacher Bereichsleiter für Schulen und Kindergärten, Egon Eisele. Die Kommune muss mächtig strampeln, um die erforderlichen Plätze für die Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen. "Wir sind im U-3-Bereich zu schwach aufgestellt", erklärt Eisele. Trotz des Baus eines neuen Kinderhauses mit zwei Krippengruppen und einer weiteren Kleinkindgruppe des ortsansässigen Waldorfkindergartens, die im Herbst eröffnen wird, bestehe noch Bedarf. Das hat sich offenbar herumgesprochen. Die gemeinnützige, in Waldkirch ansässige GmbH "Mehr Raum für Kinder" hat die Lücke erkannt und will zum Herbst dieses Jahres eine zweigruppige Tagesstätte einrichten. Seit der Liberalisierung des Kindergartengesetzes im Jahr 2009 haben auch privat-gewerbliche Träger Anspruch auf kommunale Betriebskostenzuschüsse - vorausgesetzt, es besteht ein Bedarf an Betreuungsplätzen und der Träger erhält vom Landesjugendamt eine Betriebserlaubnis.

In Ebersbach sei das neue Angebot willkommen, "es schafft definitiv Abhilfe", sagt Eisele. Denn ansonsten müsste die Stadt selbst in weitere Betreuungsplätze investieren. Es habe auch Überlegungen gegeben, das neue Kinderhaus an der Marktschule in privat-gewerbliche Trägerschaft zu übergeben. Zwei Anfragen lagen vor, bestätigt Eisele. Einem Anbieter sei das Projekt jedoch zu groß gewesen, der andere betreibe Tagesstätten grundsätzlich nur in eigenen Räumen.

Inzwischen jedoch hat sich der Gemeinderat dazu entschieden, das Kinderhaus unter dem Dach der Stadt zu belassen. "Wir haben dort besondere Anforderungen", erklärt Eisele mit Blick auf das geschaffene Inklusionsangebot im Kindergarten Bärenstark, der in das Kinderhaus umsiedelt. Außerdem bekenne sich die Stadt zu ihrer Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen: "Privat-gewerbliche Träger übernehmen in der Regel nicht das vorhandene Personal."

Auch die Voralbgemeinde Hattenhofen soll Zuwachs durch eine privat betriebene Kleinkindgruppe bekommen. Bürgermeister Jochen Reutter sieht darin "eine gute Ergänzung zum bestehenden Angebot". Damit sei die Gemeinde auf die geforderte Quote für U-3-Plätze vorbereitet. Private Betreiber könnten flexibler agieren, sieht Reutter einen weiteren Vorteil. Denn die Kalkulation des Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen berge auch Risiken. "Niemand kann sagen, wie sich der Bedarf durch die Einführung des Betreuungsgeldes entwickelt."

Auch die Stadt Göppingen hat immer wieder Anfragen gewerblicher Anbieter zur Einrichtung neuer Kindergärten. "Wenn es interessante Konzepte sind und unserem Bedarf entspricht, sind wir grundsätzlich offen", sagt Bürgermeisterin Gabriele Zull. Jedoch sei die Stadt sehr nah am Bedarf dran und setze eher darauf, die Angebote schrittweise mit den vorhandenen Trägern - darunter auch langjährig ansässige private Einrichtungen - auszubauen.

Kein Thema sind privat-gewerbliche Betreiber in Uhingen. " Die Kinderbetreuung ist in städtischer und kirchlicher Hand gut aufgehoben", sagt Hauptamtsleiter Reinhard Goldmann. So hält es auch die Stadt Eislingen. Der Gemeinderat hat vor zwei Jahren der Anfrage eines gewerblichen Betreibers eine Absage erteilt. "Wir haben eine gute Kooperation mit den Kirchen", sagt Bürgermeister Herbert Fitterling.

Die Verpflichtung der Kommunen, Betreuungsplätze zu schaffen, bekommen indes auch langjährige private Betreiber zu spüren. So hatte die 2007 gegründete Kleinkindgruppe Zwergenstübchen in Bad Boll bislang stets eine lange Warteliste. "Ab Herbst gibt es erstmals wieder freie Plätze", sagt die Leiterin Gertrud Walz-Kazich.

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