Kind in Göppingen vor Kältetod gerettet

Eine Mutter geht Billard spielen. Ihr Kleinkind lässt sie bei minus sieben Grad im Auto - und vergisst es. Die Polizei rettet das Kind vor dem Kältetod.

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Dramatische Szenen haben sich am Sonntag in Göppingen vor der Spielhalle "Westado" abgespielt. Ein Mitarbeiter entdeckte um 14.15 Uhr auf dem Parkplatz an der Geislinger Straße in einem verschlossenen VW Polo ein Kleinkind. Der Junge saß in einem Kindersitz auf der Rückbank und weinte. Die Außentemperatur betrug minus sieben Grad. Der Angestellte erkannte sofort die Gefahr und alarmierte die Polizei. Die Beamten versuchten in Windeseile, Mutter oder Vater des Jungen per Durchsage in der Spielhalle ausfindig zu machen. Ohne Erfolg. Auch in den Cafés und Kneipen in der näheren Umgebung waren die Eltern nicht anzutreffen. Der Besitzer des älteren Polo, der eine Esslinger Zulassung hatte, war ebenfalls nicht zu erreichen.

Gerade, als sich die Polizisten anschickten, die Autoscheibe einzuschlagen, um das Kleinkind vor Unterkühlung und Kältetod zu retten, kam die Mutter aus dem Spielcenter. Die 20-jährige Asiatin, die nach Polizeiangaben fließend Deutsch spricht, hatte die Durchsage "überhört" und die Zeit und ihren 17 Monate alten Sohn, während sie Billard spielte, "vergessen".

Den Beamten gegenüber habe sich die Frau zunächst nicht schuldbewusst gezeigt, sagte Rudi Bauer, Sprecher der Polizeidirektion Göppingen, gestern. "Für die Kollegen war das total unverständlich." Erst als die Polizisten die Mutter mit Nachdruck auf die lebensgefährliche Situation für das Kind aufmerksam gemacht hätten, habe die 20-Jährige ihr Fehlverhalten eingesehen. Die Frau war offenbar davon ausgegangen, dass ihr Sohn schläft.

Die Polizei informierte gestern das Jugendamt über den Vorfall. Außerdem wird geprüft, ob Ermittlungen gegen die Frau eingeleitet werden - wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung.

Lothar Hilger, Leiter des Kreisjugendamts im Göppinger Landratsamt, sprach von einem "gewichtigen Sachverhalt". Die Behörde schickte gestern zwei Mitarbeiter zu der Familie, um sich ein Bild von den Verhältnissen zu machen, in denen der 17 Monate alte Junge lebt. Das Kind sei "wohlbehalten und gesund" angetroffen worden, sagte Hilger der NWZ. Die 20-jährige Mutter und ihr Lebensgefährte, der nicht der leibliche Vater ist, hätten aber einer so genannten Jugendhilfemaßnahme zugestimmt. Im vorliegenden Fall bedeutet das: Künftig bekommt die Familie, die vor kurzem aus dem Kreis Esslingen in einen Göppinger Stadtbezirk gezogen war, mehrmals pro Woche Besuch von einem Sozialarbeiter.

Hilger bezeichnete die Zusammenarbeit mit der Polizei als gut und lobte das Verhalten des Spielhallen-Mitarbeiters: "Es ist wichtig, dass jeder aufmerksam ist und einen solchen Fall sofort meldet."

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Kommentare

16.02.2012 11:49 Uhr

Noch ein P.S.

Dass die Mutter ihr Kind tatsächlich vergessen hätte, ist ja wohl eher eine Behauptung, welche ihr allenfalls in den Mund gelegt wurde.
Schließlich kam die Mutter ja ganz offensichtlich selbständig zum Auto, wohl auch deshalb, weil ihr Kind in diesem war.

Wie lange das Auto dort stand, weiß der Autor ja offenbar nicht einmal.
Wir haben also bisher nur die Kenntnissem dass das Kind entgegen der Annahme der Mutter nicht (mehr) schlief, sondern weinte. Die Gründe des Weinens nennt uns der Autor ja auch nicht. Hat das Kind denn überhaupt gefroren?
Wie war denn die Innentemperatur im PKW? Wie war das Kind gekleidet / verpackt? Fragen über fragen, weche man schon beantworten sollte, bevor man vom nahen Kältetod faselt.

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16.02.2012 11:37 Uhr

P. S.

Dem Kind drohte gar kein Kältetod, da die Mutter ganz offensichtlich selbständig so rechtzeitig zurückkehrte, dass das Kind offenbar gar nicht akut gefährdet war.
Es wird auch gar nicht beschrieben, wie gut oder schlecht das Kind "verpackt war", ob eine Standheizung in Betrieb war oder was auch immer.
Das Kind wurde auch am nächsten Tag "wohlbehalten und gesund" angetroffen.

Wieso sollte gleich Lebensgefahr bestehen, wenn man mit einem Kind im Winter mal das Haus verlässt?

Worin sollte bereits darin eine gefährliche Körperverletzung zu erkennen sein?

Dann müsste die Polizei wohl auch die Rodelberge umstellen und die Eltern gleich alle vorsorglich verhaften?

Die Aufmerksamkeit des Mitarbeiters ist zu loben, die Handlungen der Polizisten waren völlig korrekt, nur die reißerische Verfälschung des Sachverhaltes durch dsie Zeitung ist unverschämt, zumal diese die Kindesmutter völlig unbegründet zur Rebenmutter und zur potentiellen Straftäterin macht.

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16.02.2012 11:21 Uhr

Was schreiben Sie hier denn nun wider für einen Unsinn,

Frau Peters?!

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15.02.2012 20:57 Uhr

der Kommentar ist ja wohl auch völlig daneben!

...

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15.02.2012 17:37 Uhr

Die Überschrift ist ja nun völlig daneben.

Praktisch hat die Polizei das Kind weder gerettet, noch war es offenbar akut in Gefahr.

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