Keramikerin Rose Kehl-Brübach ist tot

Sie verband auf grazile und durchaus eigenständige Art Handwerk mit Kunst. Am Montag ist Rose Kehl-Brübach ihrer schweren Krankheit erlegen.

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Am 31. Juli 2013 feierte Rose Kehl-Brübach Abschied. Nach 33 Jahren schloss die Künstlerin damals ihre Töpferei in Hohenstaufen - nicht ohne vorher nochmal ihre typischen Vogelmotive und das Blau und Türkis ihrer Teesets zu präsentieren, die zu ihrem Markenzeichen geworden sind. "Noch einmal habe ich Stress gespürt", sagte Kehl-Brübach damals. Noch einmal hatte sie Schalen, Vasen, Dosen geformt, den Brennofen nicht kalt werden lassen und Abschied genommen von der langjährigen Kundschaft.

Rosemarie Kehl-Brübach war von Berlin nach Hohenstaufen gekommen, hatte mit ihrem Mann ein altes, 1850 gebautes Haus gekauft und peu á peu zur Wohnung, Töpferwerkstatt und Verkaufsgeschäft umgebaut. Betriebswirtschaft hatte sie studiert und nach einigen Berufsjahren Mitte 30 eine Lebenskrise durchgemacht. Über eine Freundin kam sie zum Töpfern, erlernte das Handwerk aus dem Effeff und verfeinerte es in der Schweiz zum Kunsthandwerk. Mit der Gartenkeramik sei nach der "Ikea-Flaute" in der Branche ein weiteres Standbein erwachsen. "Ich stehe für Farbigkeit", betonte Rose Kehl-Brübach. Zuletzt war leuchtendes Apfelgrün bei ihr angesagt.

Sie freue sich auf die freie Zeit für Kleinkunst, Konzerte und Kinobesuche, sagte Kehl-Brübach Ende Juli in einem NWZ-Artikel zu ihrem Abschied. Und konnte das Töpfern dann doch nicht ganz lassen: Für einige Stammkunden habe sie noch Aufträge abzuarbeiten, und dann wolle sie endlich wieder auch für sich selber neues Geschirr machen, betonte die Künstlerin.

Am Montag starb Rose Kehl-Brübach 67-jährig nach schwerer Krankheit. Ihre Arbeiten, die scheinbar naiv und in Wahrheit doch ironisch verschmitzt, die so filigran und doch federleicht daherkamen, werden viele Kunstfreunde vermissen.

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