Kein Betrieb im Eros-Center

Im Eros-Center in der Ulmer Straße 16 gibt es keinen bordellartigen Betrieb mehr, erklärt der Eigentümer, Cevdet Kaygun. Dafür würde er jetzt das Nachbargebäude, Haus Nummer 14, „ganz normal vermieten“.

|
In dem rot angestrichenen Haus Ulmer Straße 16 soll es keinen bordellartigen Betrieb mehr geben, sagt der Eigentümer Cevdet Kaygun. Das Haus Ulmer Straße 14 habe er dagegen vermietet.  Foto: 

Das rot angestrichene Eros-Center in der Ulmer Straße 16 in Göppingen ist seit März vergangenen Jahres geschlossen – ein bordellartiger Betrieb in dem Gebäude wurde dem Eigentümer des Hauses, Cevdet Kaygun, gerichtlich untersagt. Vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit mit der Stadtverwaltung Göppingen. Auch aus der kurzfristigen Verpachtung an eine „Dame aus der Slowakei“, die in der Ulmer Straße 16 eine „Wellnessoase“ mit Zimmervermietung anbieten wollte, ist nichts geworden. Doch anstatt sich geschlagen zu geben, kaufte Kaygun auch noch das Nachbargebäude mit der Hausnummer 14, wie er unserer Zeitung im Januar berichtete. Zudem wollte er einen kleinen Gastronomiebetrieb im ehemaligen Eros-Center in der Ulmer Straße 16 eröffnen.

Seitdem sind einige Monate vergangen. Doch was ist jetzt aus den beiden Häusern an der Ulmer Straße und den Plänen von Cevdet Kaygun geworden? Zumindest eines ist sicher: Der 48-jährige Mann mit türkischen Wurzeln, der nach eigenen Angaben seit mehr als 25 Jahren in der Immobilienbranche tätig ist, ist nach wie vor oft in dem ehemaligen Eros-Center in der Ulmer Straße 16 anzutreffen. Dort gebe es keinen Bordell-Betrieb mehr, sagt Kaygun. Lediglich an männliche Bewohner würde er ab und an ein Zimmer vermieten. Der angestrebte Gastronomiebetrieb wurde auch noch nicht von der Stadt genehmigt. Laufend würden ihm vom Bauamt Steine in den Weg gelegt. So sei ein barrierefreier Zugang für einen Raum, in dem etwa acht Personen Platz finden, gefordert worden und er solle die Fenster zumauern lassen, sagt Cevdet Kaygun.

Vermietet an alleinstehende Frauen

Anders sieht es hingegen aus in dem Haus mit dem grauen Anstrich, dem Gebäude Ulmer Straße 14. „Das habe ich ganz normal vermietet“, erzählt Kaygun, der aus Stuttgart stammt. „Auch an alleinstehende Frauen.“ Was die dort machen würden, könne er nicht sagen, schließlich sei er dort noch nicht zu Besuch gewesen.

Das scheint die Stadtverwaltung Göppingen anders zu beurteilen. Sie verhängte, so berichtet Kaygun, ein Zwangsgeld von 5000 Euro gegen ihn und pfändete sein Konto. „Angeblich soll ich den bordellartigen Betrieb vom Haus Nummer 16 auf Haus Nummer 14 ausgeweitet haben. Dabei gibt es nur einen gerichtlichen Beschluss für das Haus Ulmer Straße Nummer 16“, empört sich der Eigentümer. „Die bei der Stadt verwechseln dauernd Haus Nummer 14 und 16. In der Ulmer Straße Hausnummer 14 vermiete ich ganz normal. Falls dort jemand anschaffen gehen sollte, kann ich doch nichts dafür.“

Die Stadt Göppingen teilt dagegen auf Anfrage mit: „Für das ungenehmigte Bordell in der Ulmer Straße 16 besteht eine Nutzungsuntersagungsverfügung, die nach einem mehrjährigen Gerichtsverfahren 2014 durch den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg bestätigt wurde. Diese Nutzungsuntersagungsverfügung wird derzeit im Wege der Verwaltungsvollstreckung mit Zwangsgeldern durchgesetzt.“

Dagegen will Cevdet Kaygun weiter rechtlich vorgehen. „Für das Haus Nummer 14 gibt es keine Nutzungsuntersagungsverfügung. Das ist sittenwidrig“, sagt Kaygun, der von sich selbst behauptet, eine weiße Weste zu haben und sehr sozial eingestellt zu sein. „Mir kommt es so vor, als ob Oberbürgermeister Till und einige Leute bei der Göppinger Stadtverwaltung das deutsche Prostitutionsgesetz auf eigene Faust geändert haben.“ Er vermutet zudem fremdenfeindliche Motive hinter dem Vorgehen der Stadtverwaltung. Denn gegen zahlreiche andere Etablissements in Göppingen würde die Stadtverwaltung nicht vorgehen, so Kaygun.

„Doch das wird ein Nachspiel haben“, erklärt der 48-Jährige. Er habe bereits ein Wiederaufnahmeverfahren im Fall des Eros-Centers Ulmer Straße 16 beantragt. Die Stadt Göppingen habe damals vor Gericht nicht alle Unterlagen vorgelegt, behauptet Kaygun.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ärger über wildes Parken in der Hauptstraße

In Göppingen wächst der Unmut über das Parkchaos in der Hauptstraße. Der Ruf nach einem härteren Durchgreifen gegen Parksünder wird lauter. weiter lesen