Keimzelle der Veränderung

Wie die katholische Kirche sich erneuern kann - darüber diskutierten 30 Teilnehmer des "Forum Thomas" mit dem Theologen Walter Stöffelmaier.

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Der Mitbegründer der Aktionsgemeinschaft Rottenburg (AGR) Walter Stöffelmaier gab beim jüngsten Treffen vom "Forum Thomas" in Göppingen Tipps, wie der Dialog und -Erneuerungsprozess sinnvoll und erfolgreich gestaltet werden kann. Der 78-jährige pensionierte Pfarrer aus Ostfildern berichtete von seinen Erfahrungen, wie er 1969 mit insgesamt 220 jungen Priestern die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Diözese Rottenburg Stuttgart umgesetzt habe. "Aber ein Veränderungsprozess wie er derzeit ansteht braucht seine Zeit", so seine realistische Einschätzung. "Wir müssen uns in Geduld üben, können aber nicht erwarten, dass andere den Erneuerungsprozess in Angriff nehmen, wenn wir als Kirchenvolk es selbst nicht in die Hand nehmen."

Selbst wenn für viele der Erneuerungsprozess in der katholischen Kirche scheinbar sehr schleppend und mühsam vorangehe und keine Erfolge sichtbar seien, müsse man fairerweise bedenken wie sich die Kirche vor 50 Jahren präsentiert habe und was in der Zwischenzeit alles an wertvollen und menschenfreundlichen Entwicklungen möglich wurden. Denn niemals habe jemand tatsächlich daran geglaubt, dass die Liturgie in der Muttersprache möglich werden würde. Auch für den Bereich Ökumene wurde wertvolle Annäherungen geschaffen.

Für die Aktionsgemeinschaft Rottenburg sind folgende Positionen wichtig und unumstößlich: "Wir können den Glauben an einen Gott nur dann glaubwürdig bekennen uns leben, wenn wir uns selber aufmachen, um für Menschlichkeit, Freiheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe einzutreten. Zudem sei der Glaube im frühen Christentum keineswegs mit einer autoritären Organisationsstruktur verbunden sondern ist durchaus vereinbar mit demokratischen Vorgehensweise. Im Bereich der Ökumene ist die eucharistische Gastfreundschaft zwingend notwendig und wird auch in verschiedenen Gemeinden praktiziert.

"Wir brauchen in der heutigen Situation neue Wege der Gemeindepastoral, eine Vielfalt an Gemeindeformen, eine Pastoral der "Lebensraumnähe", so der Geistliche. Auch in der Leitungsstruktur der Kirche sei eine neue Ausgestaltung des kirchlichen Amts und neue Wege zu diesem Amt angesagt.

Als Grundtenor war in seinem Impulsreferat immer herauszuhören, dass es ihm um die Förderung und Stärkung der "Gemeinde als Subjekt" geht. Wichtig war ihm auch, "dass die Reformbedürfnisse und -bestrebungen ständig auch innerhalb der Strukturen eingebracht und aktiv gestaltet werden. Allen die an einem Erneuerungsprozess Interesse haben, sollten zusammenstehen um das Mögliche was schon geht, umzusetzen".

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