Kaum Platz für Bücher

Die Stadtbibliothek Göppingen zählt heute zu den Besten der Republik. Vor 50 Jahren war dies noch nicht abzusehen, denn Raummangel schränkte den Betrieb damals ein - zum Ärger der Nutzer und Besucher.

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Vollgestopft mit Büchern, wie hier in einer kleinen Ortsbücherei, waren die Regale vor 50 Jahren in der Stadtbibliothek in Göppingen. Foto: Archiv

Die Göppinger Stadtbibliothek war damals in der Wilhelmsstraße, Ecke Mörikestraße untergebracht - gegenüber der Feuerwache. Die ehemalige Leiterin Faber mit ihren sieben Angestellten war in den Räumen, einer ehemaligen Wohnung, nicht nur selbst von der räumlichen Enge betroffen. Besonders die Besucher waren eingeschränkt und auf die Mitarbeiter angewiesen.

Auf Grund des Platzmangels wurden die Bücher nicht nach Sachgebieten oder Verfassern sortiert, sondern nach der Reihenfolge wie sie angeschafft wurden. So mussten sich die Leser bei den Angestellten nach dem richtigen Buch informieren oder in den vorhandenen Katalogen nachschlagen, welches Buch sie benötigen. Dabei erleichterten Nummern den Angestellten die Zuordnung.

In der zu kleinen Bibliothek standen Räume zur Verfügung, die zu einem Leseraum und zu einer Abteilung von bestimmten Nachschlagewerken und ausländischer Literatur umfunktioniert worden waren. Für die Jugendabteilung war ein separater Zugang zu einem ebenfalls zu kleinen Raum gegeben. Die Stadtbibliothek konnte damals wegen Platzmangel auch nicht zu einem kulturellen Mittelpunkt der Stadt werden.

In den Zweigstellen der Stadtbibliothek in den Außenbezirken stapelten sich ebenfalls die Bücher: in Jebenhausen und Holzheim war es jeweils 1400, im Bodenfeld rund 2000 und in Bartenbach 850 Bände. In Göppinger Bibliothek selbst standen vor 50 Jahren 18 300 Bände den Lesern zur Verfügung. Dazu kamen noch 1600 fremdsprachige Titel. 57 000 Bücher in 19 verschiedenen Sachgebieten, waren 1961 in der Stadtbibliothek entliehen worden. Bibliothekleiterin Faber teilte, dass es 4000 treue Leser gab, die sich in der Stadtbibliothek Bücher ausliehen. Einer Analyse des Leserkreises zu Folge waren unter den 4000 Nutzern 2360 junge Menschen (bis 24 Jahre) und die Stadtbibliothek verzeichnete mehr männliche als weibliche Leser. Vermutet wurde damals, dass junge Frauen im Berufsleben weniger Zeit hatten zum Lesen.

Bücher in einer Leihbibliothek müssen mehr aushalten als sonst wo. Daher legte das Bibliotheks-Team schon damals Wert auf eine gute Beschaffenheit des Materials und achtete darauf, dass die Leser mit den Büchern sorgfältig umgehen. 22 000 Mark gab 1962 die Stadt aus, um die Büchervielfalt in der Bibliothek zu ergänzen und zu erneuern.

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