Karlstraße soll ruhiger werden

Um das Karlstraßen-Gebiet vom Verkehr zu entlasten, will die Stadt Göppingen dort die Autos weitgehend verbannen und die Passage zur Ulmer Straße sperren. Für Autofahrer würde das Umwege bedeuten.

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Die Einfahrt in die Vordere Karlstraße soll offen bleiben. Die Ausfahrt vom Bahnhofsviertel Richtung Sonnenbrücke will die Stadt aber sperren. So sieht es das Verkehrskonzept für das Karlstraßenquartier vor. Dann könnte die Straße mit ihrer Allee verkehrsberuhigter Bereich werden. Foto: Staufenpress

Die Verkehrssituation in der südlichen Innenstadt stellt die Autofahrer zuweilen auf eine Geduldsprobe. Im Bahnhofsviertel geht es eng zu. Über die Karlstraße und die Gartenstraße fließt viel Verkehr derzeit Richtung Ulmer Straße nach Osten ab - 6000 Autos rollen hier täglich durch. Das ist der Stadtverwaltung ein Dorn im Auge. Die Ausfahrt zur Ulmer Straße soll gesperrt, die Karlstraße eventuell zur verkehrsberuhigten Zone werden. Die Autos müssten dann über die Mörikestraße und die Poststraße in einer Schleife aus der Stadt hinaus fahren. Nur stadteinwärts bliebe die Durchfahrt erlaubt frei.

In der Gartenstraße will die Verwaltung die Fahrtrichtung drehen und sie damit als Schleichweg unattraktiv machen. So sieht es das Konzept vor, dass die Lokalpolitiker gestern in der gemeinsamen Sitzung von Verkehrsausschuss und Verwaltungsausschuss diskutierten.

Die Stadt könnte auf diese Art zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das Karlstraßenquartier soll attraktiver werden. Die Wohnqualität soll aufgewertet werden, "um das soziale Gleichgewicht wieder herzustellen und nachhaltig zu festigen", wie es in dem Verwaltungsvorschlag heißt. Die Platzsituation in der Geislinger Straße vor dem geplanten Einkaufszentrum würde sich ebenfalls verbessern und darüber hinaus der Unfallschwerpunkt an der Kreuzung Mörikestraße und Vordere Karlstraße entschärft werden. Außerdem hofft die Stadtverwaltung, dass sich in dem Stadtgebiet auch der Durchgangsverkehr aus der Bahnhofstraße verringert, weil Autofahrer künftig gleich den Weg über die Jahnstraße nehmen.

Unter den Lokalpolitikern waren die Reaktion überwiegend positiv. "Das Karlstraßenquartier hat es nötig", sagte beispielsweise Armin Roos (SPD). Christoph Weber (Grüne) merkte an, dass mit der Verkehrsberuhigung auch das Wohnumfeld in dem Quartier aufgewertet würde. Und Felix Gerber (CDU) fand das Konzept "sehr schlüssig". Horst Wolfahrt (FDP/FW) schmeckte es nicht, dass die Autofahrer künftig längere Wege in Kauf nehmen müssen. Er bezweifelte wie viele andere Gremiumsmitglieder, dass der Unfallschwerpunkt an der Mörikestraße entschärft würde. Die Umgestaltung der Vorderen Karlstraße würde mit etwa einer halben Million Euro zu Buche schlagen, die bisher in keinem Finanzplan auftauchen. Die Umgestaltung der Geislinger Straße im Bereich der neuen Shopping-Mall würde etwa 390 000 Euro kosten. Die Hälfte soll der Shopping-Mall-Investor schultern.

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