Kampf gegen Netzausbau

Die Bürgerinitiativen im Schurwald kämpfen weiter gegen die geplante 380-Kilovolt-Stromtrasse von Goldshöfe nach Bünzwangen. Nun wurden Einsprüche gegen die Netzentwicklung erhoben.

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Die Bürgerinitiative "Börtlinger Weitsicht" kämpft auf vielerlei Art und Weise gegen die geplante Stromtrasse, hier am Börtlinger Reinhold-Maier-Turm.  Foto: 

Viel Arbeit gab es in den vergangenen Wochen für die Gegner der von der Transnet BW geplanten 380-Kilovolt-Stromtrasse von Goldshöfe nach Bünzwangen, die quer durch den Schurwald führen soll - so sie denn gebaut wird. Wie Karin Hess von der Bürgerinitiative "Börtlinger Weitsicht" berichtet, seien Einsprüche zum ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) 2014 der Übertragungsnetzbetreiber sowie eine Stellungnahme zum Szenariorahmen 2025 formuliert worden.

Was den Netzentwicklungsplan angeht, sagt Hess: "Dort waren es mehrere tausend, die erneut gegen die geplante HGÜ bis Hüttlingen und die von dort bis Bünzwangen geplante 380-kV-Leitung Einsprüche erhoben." Hinter HGÜ verbirgt sich eine Leitung zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung - eine neue Technologie, die der relativ verlustarmen elektrischen Energieübertragung von Offshore-Windparks zum Festland dient.

Auch zum Thema Szenariorahmen 2025 kann Hess aus ihrer Sicht Positives vermelden: "Obwohl das Thema sehr komplex ist, die Stellungnahmen zum NEP vorausgegangen waren und die Ferien die Beteiligung ebenfalls erschwert haben, haben sich über 1100 Bürger und Kommunen an den Stellungnahmen beteiligt." In der vergangenen Woche endete die Frist für die Stellungnahmen, Karin Hess resümiert, hinter der Bürgerinitiative liege viel Arbeit: "Dabei steht das Beteiligungsfenster nur fünf Wochen offen. In dieser Zeit muss der ganze NEP oder Szenariorahmen gelesen, verstanden und Stellungnahmen daraus abgeleitet werden. Diese müssen verteilt, unterzeichnet, eingesammelt und verschickt werden."

In ihrer Stellungnahme an die Adresse der Bundesnetzagentur betonen die Bürgerinitiativen: Weil die Netzbetreiber Tochterunternehmen der großen Energiekonzerne seien - die Transnet BW etwa gehört der ENBW -, "planen derzeit vom Netzausbau profitierende Unternehmen neue Leitungen, deren Rendite ihnen gesetzlich garantiert ist, deren Kosten aber der Verbraucher trägt." So sei eine unabhängige Planung des Netzausbaus nicht zu erwarten.

Noch kein Ergebnis gibt es bislang beim unabhängigen Gutachten über die Notwendigkeit der Schurwaldtrasse.

Der Plan folgt dem Rahmen

Der Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan Strom und zum Offshore-Netzentwicklungsplan 2025 beschreibt laut der Bundesnetzagentur die wahrscheinliche Entwicklung der installierten Kapazitäten erneuerbarer Energien und der konventionellen Kraftwerke sowie des Stromverbrauchs in den kommenden 10 beziehungsweise 20 Jahren. Mit der Erstellung des vierten Szenariorahmens habe der Prozess begonnen, der den notwendigen Netzausbau bis zum Jahr 2025 beziehungsweise 2035 ermittelt.

Auf der Grundlage des Szenariorahmens bestimmen die Übertragungsnetzbetreiber - so auch die Transnet BW, die die Trasse von Goldshöfe nach Bünzwangen plant - nun den notwendigen Netzausbau, erläutert die Bundesnetzagentur. Die Ergebnisse fassen sie in einem gemeinsamen Netzentwicklungsplan (NEP) zusammen.

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Kommentare

14.12.2014 04:01 Uhr

Elektrische Grundlastdeckung für Bayern (5 GW) gesichert; d.h., Ausbau Volatiler (Windkraft +...

I) Bayern: 25 000 zusätzliche Windräder?
II) Grundleistung von 5000 MW gesichert
III) Ministerin Aigner, gelernte Fernsehtechnikerin, ist zu lange aus dem Beruf, sonst wäre ihr klar: Für den Ersatz der 5 bayerischen AKW (40 TWh), sind nicht 25000 Wind-Kraft-Anlagen (WKA), sondern 6660 derer nötig, wie 5 in Eichenbühl/ Franken, rotieren, jede 6 Mio kWh/ Jahr erzeugend.
IV) Für den Ersatz des AKW ISAR II sind nicht 3000 WKA, sondern 1990 nötig, mit Rotor-Ø 117m/ 2,4 MW Leistung.
V) Fraunhofer –IWES sagt: “Bayern kann 90 % (= 80 TWh/ Jahr) seines Stromes aus Wind erzeugen“.
VI) Die im Ministerium (dieses Mal richtig) errechneten STETIGEN 5 GW (= 5000 MW), müssen demzufolge aus stetigen Quellen sein. Stetige, samt ausbaubarem Potential [in MWel]: Wasserkraft 1500, Biogasanlagen 674, (die Seehofer verdoppeln will =1350 MW), z. Z. 2900 Biomasseanlagen 650, Geothermie-Potential 400; somit fehlen 1100, die allein die Blöcke 4 und 5 (569 MWel + 860 MWel) der Gaskraftwerke in Irsching, (weltbester Wirkungsgrad der Siemens-Turbinen 60,5%), mehr als ausgleichen könnten. Von 11- 16 Uhr werden vom Netz zusätzlich 5500 MW angefordert, die 8 Pumpwasser-Speicher-Werke (PSW) der Größe des am Jochberg geplanten, ( p = 700 MW, Wel = 4200 MWh/ Tag Laden inklusive Entladung / 15 h) zuschießen könnten. (Eig. Berechnung).
VII) Lastverschiebung: Große Verbraucher nach 16 Uhr einschalten, (Edelstahlschmelzen, 3 Mio Spülmaschinen, 3 Mio Kühlschränke, EU Kühlhallen, nachts tiefer vorkühlen per SMART GRID, spart 3 solcher Speicher. Insofern stünde ein-em regenerativen Ausbau nichts im Wege, ausser den 3 Neins von Seehofer: Keine WKAs (2 km Abstand), Speicher und Netze. 14. 12. 2014, A. Röck (Cand.-Ing.) 80333 München Rwindenergie@gmx.de

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