Jugend jongliert mit Millionen

Die Beträge, mit denen einige Schüler der 13. Klasse des Werner-Heisenberg-Gymnasiums derzeit hantieren, übersteigen den üblichen Taschengeldhorizont. Im Wettbewerb "Schulbanker" geht es um Millionen.

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"600 000 oder 800 000 Euro", so ganz genau weiß Corinna Rohm gar nicht, um welchen Betrag sich das Kapital ihrer Bank erhöht, wenn über das Projekt "Schulbanker" öffentlich berichtet wird. Die Schülerin des Göppinger Werner-Heisenberg-Gymnasiums, die normalerweise nur den Überblick über ihr Taschengeldkonto nicht verlieren muss, geht seit vergangenem November mit ganz anderen Beträgen um und räumt schon nach wenigen Wochen ein: "Bei diesen hohen Zahlen verliert man leicht den Bezug und den Blick auf die Summen". Mit weiteren fünf Schülern ihrer Klasse nimmt die Abiturientin an der Aktion des Bankenverbandes teil, hat ein Kapital von exakt 36 478 246 Euro zur Verfügung - leider nur fiktiv.

Mit diesem Geld haben die Schüler in den vergangenen Wochen Aktien ge- und verkauft, sich an Fonds beteiligt, Kreditkarten herausgegeben, Zinssätze angepasst, Filialen eröffnet. In ihrer virtuellen Bank mit dem Namen "A6-Bank of Future" handeln die Schüler um die Teamleiterin Chiara Bidmon unter realistischen Bedingungen, die sich an den aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen, an den neuesten Kursen orientieren. Denn "wir sollen möglichst nahe an der Realität bleiben".

Ein Geschäftsjahr dauert immer zwei Wochen. "Einmal pro Woche treffen wir uns und diskutieren die weiteren Schritte. Unser Ergebnisse geben wir über das Internet durch", erläutert Chiara. Eine Woche später werden die Schüler über ihr Ergebnis informiert. "Bislang haben wir immer überdurchschnittlich abgeschlossen", freut sich die Bankerin. So lag der durchschnittliche Gewinn im dritten Geschäftsjahr bei 5,5 Millionen Euro. "Wir erreichten 6,77 Millionen Euro", freuen sich die jungen Frauen. Anfangs taten sie sich allerdings schwer, sich in dem von ihrer Lehrerin Katrin Teubner empfohlenen Projekt zu Recht zu finden. "Wir waren überfordert", räumen sie ein. Beide Eltern von Chiara Bidmon kommen aus dem Bankenwesen, Corinna Rohms Mutter arbeitet beim Finanzamt - da konnten Begriffe und Zusammenhänge nachgefragt werden. Ein Wirtschaftslexikon und die Lehrerin taten ihr übriges.

Nach insgesamt sechs Geschäftsjahren wird Mitte Februar - rechtzeitig vor den Abitursprüfungen - Bilanz gezogen. Die besten "Schulbanker" werden Ende März zu einer zweiten Runde nach Potsdam eingeladen. "Leider kennen wir das Kriterium für das Finale nicht", bedauert Chiara Bidmon. Sie hofft aber, mit der "A6-Bank of Future" auf jeden Fall dabei zu sein. Sie und ihre Freundin Corinna finden es phantastisch, dass sie als Schulbanker erste Erfahrungen sammeln können, "ohne die Konsequenzen zu tragen". Ihre berufliche Zukunft sehen aber beide nicht im Bankenwesen. Corinna Rohm will vielmehr nach einem Jahr im Ausland Lehrerin werden, Chiara Bidmon an der Dualen Hochschule "International Business" studieren.

Info Der Bundeswettbewerb des Bankenverbandes läuft bis zum 13. Februar. An ihm nehmen in mehr als 850 Teams rund 4000 Schüler aus Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und der Schweiz teil. Der Wettbewerb wird zum 14. Male ausgetragen. Weiter Informationen unter www.schulbanker.de

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