JOAS NOTIZEN AUS DER PROVINZ: Wort zum Morgen

Wetten, dass es immer schwieriger wird, jungen Menschen den Sinn von Weihnachten zu erklären? Zumal wir hier im Heiligen Morgenland selbst ins Zweifeln kommen.

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Wetten, dass es immer schwieriger wird, jungen Menschen den Sinn von Weihnachten zu erklären? Zumal wir hier im Heiligen Morgenland selbst ins Zweifeln kommen. Maria und Josef waren jedenfalls nicht auf dem Weg zur X-Mas-Party, als sie eine Herberge suchten, und Jesus wurde nicht an einem Heiligen Morgen in Göppingen am Rande einer heftigen Weihnachtsfete geboren. Bei der Geburt Christi lief nicht Tobee. Den Star vom Bierkönig in Mallorca gab es noch gar nicht und sein "Jetzt ist der Teufel los" wäre bei der Herbergssuche auch nicht angemessen gewesen. Weder Maria noch Josef sollen je in Mallorca gewesen sein, auch wenn es das Special von "Wetten, dass!?" dort damals als Gottschalk schon gegeben hat. "Ein Bett" haben sie - Jürgen Drews hin oder her - nicht "im Kornfeld" gesucht. Josef hat um Punkt 14 Uhr nicht "Jetzt geht die Party richtig los" gesungen. Kann auch gar nicht sein. Schon weil die Stadt das Ende des Heiligen Morgens genau zu dem Zeitpunkt festgelegt hat.

Auch die Geschichte, dass die Heilige Familie auf dem Weg in die Hohenstaufenstadt war, um dort ein stylishes Weihnachts-Selfie machen zu lassen, kann so nicht stimmen. Dies auch weil die Stadt schon vor langem harte Sachen verboten hat. Nein, Bethlehems Stall war keine angesagte Location im Jahre Zero, und Herodes nicht auf Promotion-Tour. "Hey, was geht ab, wir feiern die ganze Nacht", ist historisch nicht als Freudenschrei der Heiligen Drei Könige verbürgt. Wir wagen auch zu behaupten, dass Josef nicht die geringste Ahnung davon hatte, was eine Waldweihnacht ist. Und mit dem Eisstockschießen hatte er es auch nicht so. Überlieferungen über das seltsame Gebaren von Christbäumen an Heiligabend - "der Apple fällt nicht weit vom Stamm" - sind eher unwahrscheinlich. "Ein Stern, der Deinen Namen trägt" haben Caspar, Melchior und Balthasar sicher nicht gesungen, als sie der wundersamen Lichterscheinung am Nachthimmel gewahr wurden. Und einen Navi haben die drei - "sie haben den Stall erreicht" - nachweislich nicht benutzt.

Gut, noch ist nicht aller Tage Heilig Abend. Es bleibt uns noch Zeit, um Licht in die vorweihnachtliche Umnachtung zu bringen. Machen wir ein Türchen unseres Advents-Kalenders auf und lassen uns von den Weisen des Heiligen Morgenlands in Besinnung bringen. Was gilt es als erstes zu lernen? Folgender Ausruf kommt nicht vom Blick in den Spiegel nach dem feuchtfröhlichen Ende eines Heiligen Morgens: "Schöne Bescherung."

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