JOAS NOTIZEN AUS DER PROVINZ: Was für ein Aufzug!

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Andrea Nahles ist arbeitslos. Auch die Menschen in ihrem Bundesarbeitsministerium suchen dringend eine Beschäftigung. Das ist die bittere Folge einer unbarmherzig sinkenden Arbeitslosenquote. Wir erinnern uns: Schon Lenin - Hauptwerk "Was tun?" - hatte dieses Problem. Wie er es gelöst hat, wissen wir nicht. Im Berliner Ministerium behalf man sich damit, alte Akten aufzuarbeiten. Die "Verordnung zur Neuregelung der Anforderungen an den Arbeitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln und Gefahrenstoffen" bot da ein dringend zu beackerndes Betätigungsfeld. Noch einmal wollte man sich die Stilllegung der noch aktiven Paternoster in Deutschland nicht vermiesen lasen.

Vor 21 Jahren hatte der "Verein zur Rettung der letzten Personenumlaufumzüge" den Plan verhindert, und so für eine nicht enden wollende Unfallserie gesorgt. Seitdem verging kein Tag, an dem nicht irgendein wichtiger Politiker Probleme mit derartigen Aufzügen hatte. Wir erinnern an unseren Altbundespräsidenten, für den sich die Prophezeiung der Bild-Zeitung - "Wer mit uns hoch fährt, fährt mit uns auch wieder hinunter", Paternoster, Vers 3 - bitter bewahrheitet hat. Nun war der zwar bei der CDU, was den Beschützerinstinkt der SPD-Ministerin Nahles nicht unbedingt geweckt haben dürfte. Gleichwohl hat sie nicht eher geruht, bis die Betriebssicherheitsverordnung Anfang der Woche endlich in Kraft treten konnte. Jetzt dürfen Paternoster nur noch von Beschäftigten verwendet werden, die von ihrem Arbeitgeber eingewiesen worden sind.

In der für die Politik typischen Ermangelung ausgewiesener Eingewiesener hat das Stuttgarter Rathaus nun seine Paternoster abgeschaltet und auch den grünen Ministerpräsidenten - "Weg do, ich muass nauf" - um ein klammheimliches Vergnügen gebracht. Während wir vermuten, dass es bei den Experten im Arbeitsministerium mit dem Umsteigen nicht geklappt hat und sie zulange kopfüber in die unteren Stockwerke gefahren sind, hat sich der Winfried in Berlin nun für eine Lockerung stark gemacht, was selbstredend nur über ein "geordnetes Verfahren" zu schaffen ist: Zunächst müssen die Vertreter der Bundesländer gehört werden, dann muss sich das Bundeskabinett damit beschäftigen, bevor der Bundesrat darüber debattieren darf. Weiß Gott, wie das ausgehen wird.

Apropos Gott: Der Name Paternoster rührt vom Rosenkranz her, weil die Kabinen ähnlich aufgefädelt sind und weil auf zehn kleinere Perlen für je ein Ave Maria eine größere für das Vaterunser - Paternoster! - folgt. Im Fall der vom rechten Weg abgekommenen SPD-Ministerin plädieren wir deswegen als Zeichen der Sühne nach der Beichte für mindestens 300 Paternoster.

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