JOAS NOTIZEN AUS DER PROVINZ: BH sucht Frau

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Wir geben es offen zu: Wir hatten das Leiden der Landfrauen meist der Mühsal des bäuerlichen Alltags zugeschrieben. Mitten in der Nacht aufstehen, um die Kühe zu melken, dann dem Bauern zeigen, was eine Harke ist, um sich schließlich in den Tiefen des ländlichen Raums den Beschwernissen von Ackerbau und Viehzucht hinzugeben. Doch weit gefehlt: Die Ursache des täglichen Unbills ist ganz anderer Natur: "70 Prozent aller Landfrauen tragen den falschen BH." Und noch schlimmer: "Dadurch wird der Busen falsch geformt."

Ein Tatsache, die der Europäischen Union in ihrem aufopfernden Kampf um das landwirtschaftliche Auskommen mit dem Einkommen bisher entgangen ist. Nur das Göppinger Landwirtschaftsamt hat die wahren Sorgen und Nöte der gemeinen Bauersfrau erkannt. Während die Bild-Zeitung als einschlägiges Fachmagazin für weibliche Oberweiten, beschloss, weibliche Geschlechtsmerkmale künftig in den hinteren Teil des Blattes zu verbannen, schickte sich das Landratsamt an, sie wieder zum Seite-1-Thema zu machen. Fieberhaft wurde nach Experten gesucht, die willens waren, den Schwerkraft geplagten Bäuerinnen zu helfen. Schließlich erwies sich ein Reutlinger Wäschegeschäft als Retter in der ländlichen Not und schickte eine weibliche Eingreifpuppe, die die Dringlichkeit eines landwirtschaftstauglichen Büstenhalters unterstreichen sollte. Um nur ja keine der holden Bauersfrauen abzuschrecken, wählte man einen Titel, der sich nur scheinbar mit der Ernte beschäftigt: "Die richtigen Körbchen für Äpfel und Melonen" Dabei ging es gar nicht um Obst, wie die arglosen Bäuerinnen schnell merken sollten, sondern um "Mela Meloni", einen Sport- und Entlastungs-BH, der als einziger die monatelangen Tests im Windkanal mit Auszeichnung bestanden hatte. Es war die Kraft, die durch die Körbchen geht: "Dann hüpft beim Sport nur der Ball, und beim Traktorfahren bleibt auch alles an seinem Platz." Deutsche Ingenieurskunst hatte aus 60 Einzelteilen eine Stütze für die weibliche Landwirtschaft geschaffen. Mit der Großserienproduktion von "Mela Meloni" startete eine riesigen Hilfsaktion, die nur ein Ziel hatte: den Körbchen-Notstand im ländlichen Raum auf immer zu beenden.

Konvois von bis obenhin mit "Melonis" beladenen Lastwagen setzten sich in Bewegung. Fernsehsender der einschlägigen Spartenkanäle begleiteten die Schwertransporte, um in bewegenden Bildern - "BH sucht Frau" - darüber zu berichten.

Doch kaum ist dieser Notstand beendet, droht neues Ungemach. Auch bei den Bauern soll einiges im Argen liegen. Doch das Göppinger Landwirtschaftsamt ist vorbereitet: "Bruno Banani" solls richten.

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