Infotag zu den Zukunftsplänen des Göppinger Tierparks

Der Tierpark darf an Ort und Stelle bleiben, muss aber aus  baurechtlichen Gründen einiges verändern. Am Sonntag gibt es dazu einen Infotag. <i>Mit Kommentar</i>

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Lange tobte um den Göppinger Tierpark ein Rechtsstreit zwischen dem Trägerverein des kleinen Zoos und und einer Anwohnerin. Doch nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Mannheim Ende Januar herrscht nun erst einmal Rechtssicherheit. Denn der VGH hat entschieden, dass die Stadtverwaltung Göppingen den Bebauungsplan für den Göppinger Tierpark korrekt erstellt hat.

Doch damit beginnt jetzt erst die Arbeit für den Vorsitzenden des Tierpark-Trägervereins und Zoo-Chef, Heiko Eger, sowie seine Mitstreiter. „Bis zum 12. September werden wir das Baugesuch für den Tierpark einreichen“, berichtet der 50-Jährige. „Bis Februar müssen dann alle Gebäude, die nicht innerhalb des Bebauungsplans liegen, abgerissen werden.“

Doch zuvor gibt es noch am kommenden Sonntag, 4. September, ab 11 Uhr für alle Interessierten einen Infotag zum Thema Neugestaltung und Zukunft des Tierparks. „Wir hängen am Sonntag die Architektenpläne aus und ich stehe allen für Fragen zur Verfügung“, sagt der Zoo-Chef und fügt hinzu: „Außerdem gibt es dann Aktionen für Kinder wie zum Beispiel Känguru-Weithüpfen.“ Zudem bekomme jeder, der am Sonntag Neumitglied des Tierparksvereins werde und damit keinen Eintritt mehr zahlen muss, ein halbes Jahr Mitgliedsbeitrag geschenkt. Außerdem wird der Tierpark am darauf folgenden Wochenende auch mit einem Streichelgehege sowie einer Kindereisenbahn auf dem Göppinger Stadtfest vertreten sein.

„Bei dem jetzt laufenden Genehmigungsverfahren geht es darum, den Bestand des Tierparks zu sichern“, sagt Eger. „Ich bin jetzt 37 Jahre im Tierpark. Mir geht es auch darum, dass alles in Ordnung ist, wenn mal ein Nachfolger übernimmt.“ Noch in diesem Jahr werden deshalb einige Tiere umziehen. „Die Dromedare ziehen in das jetzige Känguru-Gehege um und werden mit den Ponys nebenan vergesellschaftet“, sagt Eger. Dafür leben dann künftig die Kängurus quasi in einer Art Australien-Wohngemeinschaft mit den australischen Laufvögeln, den Emus, zusammen.

Zudem muss bis Februar das Kassenhäuschen dem Bagger weichen, ein Teil des ehemaligen Bären-Innengeheges und der Lamastall. Auch die Voliere unweit der Tierparkgaststätte, in der bis vor kurzem die Sittiche und Großpapageien wohnten, soll abgerissen werden. Dort soll ein neuer Känguru- und Emu-Stall gebaut werden. Außerdem muss der Liefereingang an der Schickhardtstraße verlegt werden. „Wir werden wohl um die 100 000 Euro investieren müssen“, sagt der Tierpark-Chef. Er geht aber davon aus, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis die Stadt die Baugenehmigungen für die Umbauten erteilt.

Ein Kommentar von Michael Schorn: Es ist gut, dass der Zoo bleibt!

Der Göppinger Tierpark darf bleiben, wo er ist. Das hat Anfang des Jahres der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim endgültig entschieden. Doch bis alle bau-, natur- und wasserschutzrechtlichen Auflagen des Bebauungsplans erfüllt werden, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Zudem wartet auch noch viel Arbeit auf die Tierpark-Verantwortlichen. Denn bevor sie mit den Umbauten beginnen können, muss die Stadt erst das Baugesuch bewilligen. Und das kann sich hinziehen.

Aber dass der Tierpark jetzt eine rechtssichere Zukunft hat, ist gut und richtig. Wo sonst können Stadtkinder in der näheren Umgebung direkten Kontakt zu Dromedaren, Ziegen, Schafen, Lamas oder gar Kapuzineraffen aufnehmen. Sieht man die Begeisterung der kleinen Besucher, die diese Tiere live erleben können, kann man dem Göppinger Tierpark einen Beitrag zum besseren Verständnis für andere Lebewesen und damit schlussendlich auch zum Artenschutz nicht absprechen. Lobenswert ist auch, dass der Tierpark am Sonntag freiwillig über seine Zukunftspläne informiert.

Mit dem Ende des Rechtsstreits und den damit einhergehenden Veränderungen im Tierpark ist damit hoffentlich auch der jahrelange Krach zwischen Tierpark-Verantwortlichen und Anwohnern beendet. Diese erhalten künftig eine Lärmschutzwand an der Zoogastronomie. Dabei ist es am Tierpark vor allem der Verkehr auf der Lorcher Straße, der für richtig lauten Lärm sorgt.

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