Individuelle Beratung zählt

Was tun, wenn ein kranker oder älterer Angehöriger betreut werden muss? Bei einer Telefonaktion der NWZ beantworteten gestern drei Experten die Fragen der Leser zum Thema Pflege und gaben Tipps.

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Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt zu. Um die Leser umfassend zu informieren, saßen gestern Heike Kuhn, Diplom-Pflegewirtin und Krankenschwester, Brigitte Krüger-Wiegmann, Krankenschwester, Fachkraft für Gerontopsychiatrie und Altentherapeutin, sowie Diplom-Verwaltungswirtin Angelika Roth am NWZ-Telefon. Die drei Expertinnen beantworteten Fragen rund um das Thema Pflege.

Wie komme ich zu einer Vollmacht? Gibt es Vordrucke und muss sie notariell beurkundet sein?

Es gibt verschiedene Informationsstellen wie beispielsweise die Betreuungsbehörde des Landkreises. Auch Notare geben umfassend Auskunft. Es gibt einen Vordruck, den es bei Beratungsstellen und im Internet gibt.

Brauche ich einen Bevollmächtigten, um eine Patientenverfügung durchzusetzen?

Ja, man braucht eine Person, die den eigenen Willen durchsetzt. Zu diesem Thema gibt es mehrere Broschüren, die aufzeigen, was man beachten muss.

Wer versorgt meinen Angehörigen, wenn ich nicht da bin?

Es gibt einen Anspruch auf Verhinderungs- und Kurzzeitpflege für den Fall, dass der pflegende Angehörige im Urlaub oder aus einem anderen Grund verhindert ist. Die Pflegekasse übernimmt für maximal vier Wochen jährlich Pflegeaufwendungen von bis zu 1550 Euro.

Wie finde ich heraus, ob jemand zu Hause gepflegt werden sollte, oder ob er in ein Heim muss?

Der Pflegestützpunkt des Landkreises bietet für jeden Fall eine individuelle Beratung an.

Wie sieht es mit osteuropäischen Hilfskräften aus?

Es gibt die Möglichkeit, über die Arbeitsagentur an eine Hilfskraft zu kommen. Diese kann jedoch keine 24-Stunden-Betreuung leisten. Zudem muss die Beschäftigung klar geregelt sein und die Person darf nur 38,5 Stunden in der Woche arbeiten. Angehörige können selbst als Arbeitgeber fungieren, oder die Anstellung über ein Unternehmen abwickeln, das im Ursprungsland der Pflegekraft angesiedelt ist.

Ich bin als Pflegender selbst am Ende und habe keine Kraft mehr. Was kann ich tun?

Angehörige sollten selbst erkennen, wenn sie an ihr Limit kommen. Und sie sollten den Mut haben, zuzugeben, dass sich nicht alles selbst machen können. In Beratungsgesprächen werden sie oft zum ersten Mal nach ihrer Befindlichkeit gefragt. Wir weisen dann daraufhin, dass es viele Angebote zur Tagespflege gibt, die Entlastung bringen. Keiner sollte sich Vorwürfe machen, wenn er an sein Limit kommt.

Gibt es einen organisierten Austausch für pflegende Angehörige?

Ja, im Kreis gibt es viele Selbsthilfe- und Gesprächsgruppen, die den Austausch fördern. Auch zum Thema Demenz können sich Angehörige austauschen. Das kann vielen helfen, mit den Problemen besser umzugehen.

Was kann ich vorsorglich für mich organisieren, damit ich nicht so schnell in ein Heim muss?

Zum einen muss man sehen, wie man die Zeit zu Hause strecken kann. Es gibt die Möglichkeit, bei einem Hausbesuch zu schauen, was gemacht werden kann. Beispielsweise können Haltegriffe, Essen auf Rädern oder ein Hausnotruf das Wohnen in den eigenen vier Wände erleichtern.

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