Kreuzweg: Im Zeichen des Glaubens

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Gemeinsam traten katholische, evangelische und syrisch-orthodoxe Christen den Kreuzweg durch Göppingens Innenstadt an. Start war in St. Maria.  Foto: 

Viele haben sicher gar nicht verstanden, was da eigentlich vor sich ging“, meint Rolf Ulmer, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Göppingen. Und tatsächlich war die Verwunderung einigen Passanten anzusehen. Anlässlich der Karwoche begingen rund 200 Mitglieder verschiedener christlicher Gemeinden einen Kreuzweg durch Göppingen.

Die Menschenschar, die Montagabend mit einem Holzkreuz durch die Straßen zog, wurde von dem einen oder anderen neugierig beobachtet. Der Weg, den sie begingen, war ein Sinnbild für den Leidensweg Jesu Christi und bestand in diesem Fall aus fünf Stationen. Gestartet wurde in der Kirche St. Maria Empfängnis. Der Weg führte von dort über den Schlossplatz in die evangelische Stadtkirche und schließlich über den Marktplatz zur evangelisch-methodistischen Friedenskirche.

Bei jedem Halt wurde ein Teil der Geschichte der Karwoche vorgetragen, beginnend mit dem Einzug Jesus nach Jerusalem am Palmsonntag bis hin zu seinem Tod am Kreuz, dem am Karfreitag gedacht wird. Das Erzählen übernahmen abwechselnd acht Priester verschiedener Gemeinden, unter ihnen Rolf Ulmer. Sie begleiteten den Weg und beteten und sangen gemeinsam mit den Gläubigen.

Dass viele Menschen in der Fußgängerzone nicht wussten, für was der ökumenische Kreuzweg stand, wundert Ulmer nicht: „Göppingen ist eine sehr säkulare Stadt. Viele haben nichts mit Religion am Hut und kennen sich deshalb auch mit den Bräuchen nicht aus.“

Im letzten Jahr sei das schon aufgefallen und sie seien sogar von Interessierten darauf angesprochen worden.

Zettel zur Information verteilt

„Deswegen hatten wir uns dieses Jahr vorbereitet. Es wurden Infozettel verteilt, auf denen man nachlesen konnte, was wir machen und wer wir sind“, sagt er. Mit „wir“ meint er die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Göppingen (ACK). Der evangelische Dekan und die anderen anwesenden Priester seien alle Mitglieder. „Letztes Jahr hat die ACK den ökumenischen Kreuzweg in Göppingen das erste Mal organisiert. Das war eher so ein Herantasten“, erzählt er.

Die Veranstaltung dieses Jahr habe den Organisatoren aber bestätigt, dass das Projekt auch in Zukunft bestehen wird. „Nur ein Jahr danach erschienen schon doppelt so viele Gemeindemitglieder“, freut sich Ulmer. Er vermutet, dass das aber auch daran liegen könne, dass Ostern für die orthodoxen Christen dieses Jahr auf den gleichen Tag falle, wie für die Katholiken und Protestanten.

Unabhängig des Alters habe es allen Teilnehmern anscheinend gut gefallen. Das ist zu betonen, denn eine auffallend große Zahl an Jugendlichen und Kindern war beim Begehen des Weges dabei. Viele davon aus der syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde. Die sei nach Rolf Ulmers Einschätzung insgesamt stark vertreten gewesen. Während des Laufens begleitete ein Chor der syrisch-orthodoxen Gemeinde die Spitze des Zuges. In aramäischer Sprache sangen die jungen Mädchen und Jungen religiöse Lieder.

Nach der Meinung von Rolf Ulmer war die Begehung des Kreuzweges ein Erfolg: „Wir haben als Christen ein Zeichen für den Glauben gesetzt. Vor allem aber haben wir bewiesen, dass wir in den christlichen Gemeinden untereinander einen guten Zusammenhalt haben.“

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