Im Herzen ein Bauer geblieben

Die Politik führte ihn für einen Abend zurück in die alte Heimat: Der Grünen-Abgeordnete Harald Ebner aus Hohenlohe, der sich ein Streitgespräch mit Hermann Färber lieferte, stammt aus Faurndau.

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Agrar- und Verkehrsexperte der Grünen: Harald Ebner hat in seiner Wahlheimat Hohenlohe Karriere gemacht

Die NWZ ist ihm vertraut. "Die habe ich noch bis 20 gelesen", merkt der Grünen-Politiker an, der im Hohenlohischen Karriere gemacht hat. Vor 28 Jahren hat Ebner den Stauferkreis verlassen, kehrt aber immer wieder gerne zurück. Zu den Eltern, die er gerne öfters sehen würde. Wenn er dann von Schwäbisch Hall anreist und in Alfdorf den Hohenstaufen sieht, "wenn die Alb am Horizont auftaucht, dann spüre ich so richtig, was Heimat ist", schwärmt er.

Seine Schulkameraden werden mit seinem Namen nichts anfangen. Auch nicht die früheren Vereinskameraden vom Musikverein Faurndau, wo er Trompete blies. Ebner hat den Namen seiner Frau angenommen. Er kam als Harald Maier zur Welt, Sohn einer Bauernfamilie in der Filseckstraße in Faurndau. Als er sieben war, hat der Vater die Landwirtschaft aufgegeben und ist Gemeindearbeiter geworden. Das sei ihm sehr schwer gefallen, sagt Ebner, vier Wochen habe der Vater mit sich gerungen. Ebner weiß, was Höfesterben ist. Und im Herzen ist auch er ein Bauer geblieben.

Aber erstmal wurde er ein "Stadtkind" auf dem Haier. Nach dem Gymnasium, das er in Ebersbach absolvierte - für die Faurndauer war das damals so geregelt - wollte er Zivildienst "irgendwo in der Landwirtschaft machen". Das führte ihn nach Weckelweiler im Hohenlohischen, einer sozialtherapeutischen Einrichtung mit Demeter-Produktion. In Hohenheim hat er dann Agraringenieur studiert und sich als junger Familienvater endgültig nach Hohenlohe orientiert. Beruflich fasste er schnell Fuß: Bei der Tübinger Bezirksstelle für Natur und Landschaftspflege hat er kartiert und die Umstellung auf digitale Datenbanken betreut, er hat kartiert für einzelne Landkreise und war im Steuerungsteam für das ganze Land. Ab 2000 war er dann beim Land in der Bezirksstelle Stuttgart, bekam dann einen Arbeitsplatz wohnortnah im Landratsamt Schwäbisch Hall. Im Ministerium für den Ländlichen Raum war er für Großprojekte verantwortlich, er verwaltete einen Etat von 24 Millionen.

1999 hat er "mit grüner Politik angefangen", als Gemeinderat in Kirchberg/Jagst. Da war er noch parteilos. Drei Jahre später wurde er ein Grüner, und weitere sechs Jahre war er schon deren Bundestagskandidat für die Landkreise Hall und Hohenlohe. Den Sprung nach Berlin eröffnete ihm der Regierungswechsel im Land. Alexander Bonde wurde Minister in Stuttgart, Ebner erbte sein Mandat im Bundestag.

Die Politik begeistert den 48-Jährigen, der schon zweifacher Großvater ist. Als Agrar- und Verkehrsexperte ist er in ganz Deutschland unterwegs, von Oldenburg bis Halle und vor allem im Ländle, in Sachen Rheintalbahn oder Neckarschleusen. In Bad Dürrheim, wo ein geplanter Betrieb mit 1450 Muttersauen den Kurort aufwühlt, diskutierte er mit seinem umstrittenen CDU-Kollegen Siegfried Kauder. Ebner liebt die politische Auseinandersetzung, er will etwas bewegen. "Wer nicht kämpft, hat schon verloren", lautet sein Credo.

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