IHK-Umfrage: Wirtschaft voller Zuversicht

Die Unternehmen im Kreis strotzen vor Optimismus: Die Auftragslage hat sich seit Herbst deutlich verbessert, was die Beschäftigung ankurbeln soll. Sorgen bereiten jedoch die Energie- und Rohstoffpreise.

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Ein Mitarbeiter in der Produktion der Werkzeugmaschinenfabrik Emag in Salach. Die Unternehmen im Kreis freuen sich über volle Auftragsbücher und blicken optimistisch in die Zukunft.  Foto: 

Die heimischen Betriebe sind schwungvoll ins neue Jahr gestartet und sind überzeugt, dass die Wirtschaft auch in den kommenden Monate brummen wird. „Es herrscht Optimismus auf breiter Front“, fasste Dr. Peter Saile, Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer Göppingen, das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage zusammen. Rund 120 Unternehmen aus Industrie, Dienstleistung und Handel hatten bei der Befragung mitgemacht. Fazit: Die Stimmung hat sich gegenüber Herbst 2013 verbessert. 45 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Lage als gut, das sind knapp vier Prozent mehr als im Herbst. Gut 47 Prozent der Unternehmen sind laut der Umfrage mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden, nur 7,6 Prozent sehen Anlass zur Klage. Das sind wiederum zwei Prozent weniger im Vergleich zur vorherigen Umfrage.

Hinzu kommt eine gute Ertragslage, die sich in allen Branchen spürbar verbessert habe. Und auch beim Auftragseingang verbuchen die heimischen Unternehmen ein dickes Plus. Wegen dieser positiven Vorzeichen sind die Betriebe in der Lage, wieder mehr zu investieren – hauptsächlich in Ersatzbedarf und Rationalisierung, aber auch in Innovationen und Kapazitätserweiterungen. „Diese gute Stimmung wird sich auch positiv auf die Beschäftigungsentwicklung auswirken. Das ist eine erfreuliche Perspektive für den Kreis“, machte Saile deutlich.

Steigende Exporterwartungen der Industrie

„Einer der Treiber für die Konjunktur im Kreis wird auch dieses Jahr das weltweite Wirtschaftswachstum bleiben. So stützen vor allem die steigenden Exporterwartungen der Industrie die optimistische Konjunktureinschätzung“, erklärte Kammerpräsident Wolf Ulrich Martin. Die Hoffnungen ruhten in erster Linie auf den Märkten in Asien, aber auch auf jenen in den USA und Europa, ergänzte Saile. „Das wird auch spannend vor dem Hintergrund der Europawahl und den verstärkten Bestrebungen, den Euro in Frage zu stellen“, meinte der Göppinger IHK-Geschäftsführer.

Mit Sorge sehen zwei Drittel der heimischen Unternehmen die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise. Saile: „Es gibt viele Fragezeichen, die hinter der Energiewende stehen.“ Auch der Inlandsabsatz bereitet den Betrieben im Filstal Kopfzerbrechen – ebenso die künftigen Arbeitskosten, da in diesem Jahr jede Menge Tarifverhandlungen anstünden. 45 Prozent der befragten Unternehmen befürchten steigende Arbeitskosten. „Die Rente mit 63 stößt auch nicht nur auf ungeteilte Zustimmung“, nannte Saile einen Kritikpunkt, den die Betriebe an der Wirtschaftspolitik der großen Koalition äußerten. Zudem bleibe der Fachkräftemangel eine Herausforderung. Es seien weniger Ausbildungsplätze besetzt worden als im Vorjahr, „weil die Firmen keine passenden Bewerber gefunden haben“.

Die „Fachkräfteversorgung als Megatrend“ sei daher auch ein Schwerpunktthema der IHK-Arbeit im Jahr 2014, betonte Martin. Zudem will die Kammer die Interessen ihrer Mitglieder in Land und Bund vertreten. Die Unternehmen hätten beispielsweise kein Verständnis für Haushaltsdefizite – trotz sprudelnder Steuerquellen – und forderten „eine sichere, zuverlässige Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen“. Dass das Land den Spielraum bei wirtschaftlichen Betätigungen der Kommunen deutlich ausweiten will, „gefällt uns als IHK nicht“, machte Wolf Ulrich Martin unmissverständlich deutlich. Im Kreis Göppingen halte sich diese Entwicklung noch in Grenzen, dennoch will die Kammer gegenüber dem Land ihre Position deutlich zum Ausdruck bringen.


Einzug in den Neubau voraussichtlich im Jahr 2016

Umzug rückt näher  - Die Tage der IHK-Bezirkskammer Göppingen am jetzigen Standort in der Franklinstraße sind gezählt. Die Kammer wird voraussichtlich im Jahr 2016 in einen Neubau in der Jahnstraße neben dem Dienstleistungszentrum (DLZ) umziehen. Das teilte gestern Kammer-Präsident Wolf Ulrich Martin bei einem Pressegespräch mit. Die IHK will in den Neubau rund fünf Millionen Euro investieren.

In Verzug - Die IHK würde lieber früher die beengten Verhältnisse in der Franklinstraße verlassen. Doch es habe Verzögerungen wegen baurechtlicher Abstimmungen gegeben, sagte Martin. Zwischenzeitlich gebe es jedoch einen positiven Bescheid auf die Bauvoranfrage, der Kaufvertrag für das städtische Grundstück stehe kurz vor der Unterzeichnung. Entwurf und Bauleistung wurden Ende Januar öffentlich ausgeschrieben. Die Frist für Bewerber läuft noch bis Ende Februar. Im Dezember soll dann die Entscheidung über die Projektpartner gefallen und der Vertrag unter Dach und Fach sein, bevor im Jahr 2015 die Bauarbeiten starten. 


Kommentar Wirtschaft: Nicht überall gute Stimmung

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