Hörnchen weckt Muttergefühle

Ausnahmezustand in der NWZ-Redaktion: Sekretärin Heike Leischner brachte Bobby, ein kleines Eichhörnchen, mit. Sie hatte es bisher mit Fencheltee und Babynahrung aufgepäppelt.

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Ein Hörnchen in Menschenhand: Bobby wurde von Heike Leischner aufgepäppelt. Der Kleine soll aber wieder ausgewildert werden. Foto: Giacinto Carlucci

Haselnussbraun, klein und flauschig weich - so ein Baby-Eichhörnchen sieht man sicherlich nicht oft. Normalerweise passen die Mütter gut auf ihren Nachwuchs auf. Doch es kommt auch vor, dass einer der kleinen Nager entwischt oder aus dem Nest fällt. Heike Leischner aus Faurndau war sprachlos, als Kater Max vergangene Woche ein kleines Wollknäuel von draußen mitbrachte. "Es war auf den ersten Blick unversehrt." Nach dem Besuch beim Tierarzt war für sie schnell klar, dass sie das Findelkind behalten und aufpäppeln wollte.

Haselnüsse und Bucheckern frisst Bobby - so hieß der kleine Wicht nach kurzer Zeit - noch nicht. Als Nest dient ein Stoffbeutel mit Tüchern. Das Hörnchen gräbt sich dort ein, um dem Tageslicht zu entgehen. Leischner kümmert sich liebevoll um den Nachwuchs. Redet ihn mit Namen an und hat viel Geduld.

Die Sekretärin der NWZ-Redaktion brachte das Tier an einem Tag mit zur Arbeit, da es jede Stunde gefüttert werden muss. Bobby ist müde und noch etwas wackelig auf den Beinen. Die Krallen funktionieren aber schon ausgezeichnet, wenn er auf Klettertour über den Arm der Redakteurinnen geht. Der Kleine weckt bei einigen Muttergefühle.

Heike Leischner legt sich das Tier in die linke Hand. Mit der rechten hält sie eine Spritze ohne Kanüle und füttert Bobby mit Babynahrung für Menschenkinder. Das Hörnchen greift danach, während es seine langen Hinterbeine weit von sich streckt. Zu Beginn bekam es Fencheltee mit Honig. Inzwischen ist es aber schon vier oder fünf Wochen alt und futtert den milchigen Brei.

Weil sie am Wochenende einige Tage unterwegs sein wird, hat Leischner Bobby einer Frau gegeben, die sich mit den Tieren auskennt. "Sie hat schon einige Eichhörnchen aufgezogen und weiß, wie man sie wieder auswildert", sagt Heike Leischner. Dennoch war der Trennungsschmerz groß.

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