Höfischer Glanz fürs Land

Sie brachte Humanismus und Renaissance nach Württemberg: Barbara Gonzaga von Mantua heiratete 1474 Eberhard im Bart. Eine Ausstellung in Böblingen erinnert an die Italienerin und erste Herzogin.

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Barbara Gonzaga von Mantua.

Barbara Gonzaga (1455-1503) aus Mantua tritt aus dem Schatten der Geschichte. Der ersten Herzogin Württembergs, die lange nahezu vergessen war, ist eine von deutschen und italienischen Partnern zusammengestellte Wanderausstellung gewidmet, die ihr Wirken nachzeichnet. Die bis Mitte März im Bauernkriegsmuseum in Böblingen und später in Bad Urach präsentierte Ausstellung macht mit Briefen, Bildern, Preziosen, Handschriften, Stichen, Kleidungsstücken und Schmuck, Münzen und Tafelgeschirr die Zeit zwischen Mittelalter und Neuzeit anschaulich.

Ihr Ehemann, Eberhard im Bart (1459-1496), zählt zu den bedeutendsten Herrschern Württembergs. Im Jahre 1482 einte er das in eine Uracher und Stuttgarter Grafschaft geteilte Land, er rief zur Verbesserung des Zustandes der Kirche die Brüder vom Gemeinsamen Leben ins Land, er führte die als typisch schwäbisch geltende Kehrwoche ein, und er gründete 1477 die Landesuniversität in Tübingen. Eben das war ihm nur möglich, weil die Brüder seiner Frau die Mehrheit im Kardinalskollegium stellten.

Die Hochzeit mit der reichen, hübschen und klugen Barbara wurde 1474 in Urach vier Tage lange gefeiert. Die Gattin brachte reiche Mitgift und dynastische Verbindungen mit und prägte das kulturelle Leben in der bis dahin eher biederen Grafschaft Württemberg, das dank der Politik ihres Mannes 1495 zum Herzogtum aufstieg. Durch Barbara hielten Humanismus und die Kultur der Renaissance Einkehr und Eberhard entwickelte sich, inspiriert durch seine Frau, zu einem Verehrer Italiens. Die dem reichen und glanzvollen Fürstenhof von Mantua entstammende Barbara sehnte sich zeitlebens nach ihrer Heimat. Die Ehe war anfangs gut, obgleich die Eheleute zunächst Dolmetscher für ihre Unterhaltung benötigten. Später trübte sich das Verhältnis.

Als Eberhard starb, verbrachte Barbara ihre Witwenzeit in Böblingen. Mit der Zeit wurde ihr eine "zunehmende körperliche Fülle" bescheinigt. Als sie am 30. Mai 1503 in Böblingen starb, waren zwölf Männer nötig, um ihren Sarg zu tragen. Sie wurde im später zerstörten Dominikanerinnenkloster in Kirchheim bestattet. Ihr Grab ist früh verschollen.Info Die Ausstellung im Bauernkriegsmuseum Böblingen ist bis zum 18. März zu sehen, in Bad Urach vom 30. März bis 26. August. www.museen-bb.de/boebl.htmlwww.schloss-urach.de/de/schloss-urach

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