Höfische Klänge zum Osterfest

Mit drei Konzerten bereicherte die Kammermusik-Akademie Hohenstaufen die Göppinger Osterzeit. Zum Auftakt spielten die Dozentinnen in der vollen Stadtkirche meisterhaft Mozart, Kodály und Beethoven.

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Virginie Robilliard, Violine, Sara Rilling, Viola, und Elena Cheah, Cello, die Dozentinnen der Internationalen Kammermusik-Akademie Hohenstaufen, bei ihrem Konzert in der Stadtkirche Göppingen. Foto: Giacinto Carlucci

Heitere, leichtfüßige Töne schmeicheln sich dem Ohr ein. Virginie Robilliard und Sara Rilling, neben Elena Cheah die drei Dozentinnen der Akademiewoche, haben Mozart an den Anfang des Programms gesetzt.

Das Duo G-Dur für Violine und Viola KV 423 ist für eine Anekdote gut. Mozart soll sie für Michael Haydn, den Bruder des großen Joseph, komponiert haben, weil jener einfach nicht mehr seinen zahlreichen Aufträgen nachkommen konnte. Mit dem ersten schnellen Satz konnte man aber sicher niemanden täuschen - unverkennbar Mozart. Den zweiten langsamen Satz allerdings könnte man schon als Echtheitsbeweis für die kleine Geschichte nehmen. Im außergewöhnlich dichten Klangteppich sind höfische Anklänge zu vernehmen, es klingt lieblich, ein bisschen traurig und ein paar Sehnsuchtszüge durchwehen die Melodie. Der Schlusssatz ist temporeich und rhythmisch betont, in ausgefeiltem Miteinander gehen Robilliard (Violine) und Rilling (Viola) dem charakteristischen Aufbau des Rondeaus nach und versehen die heiteren Schlusstakte mit einer Prise Witz.

Cheah gesellt sich mit dem Cello zu Robilliard, die modernen Klänge des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály lösen die Wiener Klassik ab. Die beiden Musikerinnen entwickeln im Duo für Violine und Cello Opus 7 abwechselnd ein Frage- und Antwortspiel, ein Zwiegespräch oder einen Streit. Die Melodien hüpfen, springen, Cheahs Cello funkelt, die Instrumente schmiegen sich aneinander, und die Geige schneidet sich geradezu in diese Harmonie hinein. Eine Partie anrührender Schönheit leuchtet auf, ungarische Volksweisen schimmern durch. Heftig und rasend schnell geht es dem Schluss zu, der Satz wird eher abgebrochen als beendet, und das kenntnisreiche Publikum weiß Robilliards und Cheahs Spiel zu schätzen.

Die eher seltene und äußerst komplizierte Form des Streichtrios vereinte die drei Dozentinnen zum Schluss des Konzertes vorne im Kirchenschiff. Der Schlusssatz beginnt leichtfüßig und scherzend, verdichtet und steigert sich, wird drängend. Schnell wird zu rasend schnell - und: aus! Die nachklingende Stille in der Stadtkirche wird vom Applaus des begeisterten Publikums abgelöst.

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