Hochschule ist auch bei Medizintechnik aktiv

Ein Trainingsgerät, das den Muskelaufbau und den Gleichgewichtssinn stärkt, ein "Tacker", der schnell hilft, innere Blutungen zu stillen: Sie entstanden in Zusammenarbeit mit der Hochschule Esslingen.

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Fruchtbare Zusammenarbeit: Physiotherapeut Uli Brüderlin (rechts) und Professor Stocker (links) stellen das Trainingsgerät "Posturomat" vor. Foto: Margit Haas

Beim Göppinger Technikforum (TF) wurden jetzt medizinische Neuerungen vorgestellt, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule entwickelt worden sind. In diesen Tagen feiert der Standort Göppingen der Hochschule Esslingen sein 25-jähriges Bestehen. Das Technikforum, das der Einrichtung eng verbunden ist, gratulierte mit einem Festvortrag.

Professor Thomas Stocker, Leiter verschiedener Studienmodelle sowie des Studiengangs Feinwerk- und Mikrotechnik und seit kurzem stellvertretender Vorsitzender des TF, belegte anhand verschiedener Projekte, dass sich die Hochschule auch im Bereich der Medizintechnik engagiert. In einem Bereich also, für den beim Europäischen Patentamt im vergangenen Jahr immerhin zehn Prozent aller Patentanträge eingingen.

Stocker zeigte aber auch auf, wie eng und wie fruchtbar die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region und auch mit einzelnen Tüftlern ist. So war etwa ein mobiles Notfallbeatmungssystem entwickelt worden. Studenten hatten sich außerdem Gedanken gemacht, wie gewährleistet werden kann, dass ältere Menschen ihre Medikamente regelmäßig nehmen.

In Zusammenarbeit mit dem Göppinger Physiotherapeuten Uli Brüderlin waren zwei Trainingsgeräte entwickelt worden. Der "Posturomat" ist ein Übungsgerät gegen den Muskelabbau, das vertikale Körperfunktionen stabilisiert. Eine instabile Platte, auf der der Proband steht, wird dabei durch elektromagnetische Vorrichtungen unregelmäßig in Bewegung gesetzt. Die muss der Proband ausgleichen. Derzeit werde der "Posturomat" an der Universität Freiburg im Praxisbetrieb für die Zulassung getestet. Für einen Zugkraftapparat, mit dem ganz unterschiedliche Muskelgruppen gleichmäßig trainiert werden können, wurde bereits ein Patent beantragt. Schon in Serie gefertigt wird der "Clip-Master" des Süßener Unternehmens Carl Stahl, das damit auch in die Medizintechnik eingestiegen ist. Zehn Jahre lang haben die Hochschule und das Unternehmen gemeinsam geforscht und getüftelt, um diesen "Tacker" zur Serienreife zu bringen. Mit ihm können endoskopisch innere Blutungen im Magen-Darm-Trakt gestillt werden. Das gab es bislang schon. Allerdings konnte immer nur eine einzige Klammer eingeführt und gesetzt werden. Der "Clip-Master" schafft drei und hat damit einen deutlichen zeitlichen Vorteil. Und auf Schnelligkeit kommt es bei lebensbedrohlichen inneren Blutungen ja besonders an.

Christian Hummel, Teamleiter der Produktentwicklung bei Carl Stahl, kann sich deshalb auch freuen: "Die Resonanz ist überwältigend und der Verkaufsstart im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg." Er selbst hat vor mehr als zehn Jahren an der Hochschule seine Diplomarbeit zu dem Kooperationsprojekt von Hochschule und Unternehmen geschrieben.

Info Am Mittwoch, 15. Mai, um 18 Uhr wird in der nächsten Veranstaltung des Technikforums Professor Dr. Christoph Ulrich, Chefarzt an der Klinik am Eichert, die Chancen und Grenzen von "Ersatzteilen" für den Bewegungsapparat des Menschen aufzeigen. Weitere Informationen zum Technikforum unter www.technikforum-gp.de

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