Hochschule Esslingen weiht Solaranlage in Göppingen ein

Eine neue Solaranlage soll Lehre und Forschung in Göppingen verbessern. Die Module liefern Strom für bis zu acht Einfamilienhäuser.

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Saft vom Dach: Die Hochschule Esslingen hat am Standort Göppingen drei Carports errichtet und sie mit Solarmodulen bestückt. Rund 10 000 Zellen nehmen die Sonnenstrahlen auf. Forscher laden E-Fahrzeuge an weiß-gelben Zapfsäulen auf.  Foto: 

Trotz des grauen Himmels ließ sich am Montag die Hochschule Esslingen ihre Freude über eine neue Solaranlage in Göppingen nicht nehmen. "Anlässlich der Einweihung hätten wir uns Sonne gewünscht", sagte Rektor Bernhard Schwarz. Doch auch bei bewölktem Firmament sei die Fertigstellung ein Grund zum Feiern. Die Einweihung des solaren Testfelds war zugleich der Start für die Jubiläumswoche der Hochschule. Den Göppinger Ableger der Esslinger Bildungseinrichtung gibt es seit einem Vierteljahrhundert.

Fußgängern bleibt die neue Anlage auf den ersten Blick verborgen. Die Solarmodule verteilen sich auf die Dächer dreier Carports hinter der Niederlassung an der Robert-Bosch-Straße. Erst wer genau hinschaut, entdeckt mehrere Pfeiler unter den offenen Stahlkonstruktionen, an denen Fahrer und Forscher strombetriebene Fahrzeuge auftanken. Ein elektrisch angetriebener Golf, ein Buggy sowie ein Motorroller gehören zur Flotte der Hochschule.

Das rund 150 Quadratmeter große Solarfeld soll Lehre, Forschung und Wirtschaft in der Region zugute kommen. "Es dient der praxisnahen Ausbildung von Studenten", sagte Dekan Rainer Würslin. Außerdem könnten Firmen die Einrichtung für Testzwecke nutzen. In der Forschung setze die Hochschule Schwerpunkte. Das Institut für Energietechnik und Mobilität (INEM) wolle die Module miteinander vergleichen und nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.

Der Erfolg der Arbeit ist von den Tücken der erneuerbaren Energien abhängig. "Bei Sonnenschein im Sommer liefert die Anlage bis zu 35.000 Watt", sagte Martin Neuburger. Laut dem für das Testfeld verantwortlichen Wissenschaftler deckt die Spitzenleistung der Anlage den Stromverbrauch von acht Einfamilienhäusern ab. Bei einem bewölkten Tag wie am Montag dürfte sie dagegen deutlich weniger Energie erzeugen. Mit dem Strom will die Hochschule die Kosten des eigenen Verbrauchs senken. "Die Energie geben wir nicht ab", stellte Martin Neuburger fest. Das Haus benötige sowieso mehr Strom als das neue Testfeld erzeuge.

Aufgegangen ist dagegen der Plan, das Geld für das Vorhaben aufzutreiben. "Normalerweise ist das Land für die Finanzierung zuständig", sagte Heinz Osterwinter. Der für den Bau zuständige Wissenschaftler entschied sich aber für einen anderen Weg. "Die Anlage ist weitgehend durch Firmenspenden ermöglicht worden." Unternehmen gaben Geld und halfen mit Know-how sowie Material.

Überraschungen blieben beim Bau nicht aus. Die Arbeiter stießen im Boden auf eine Stromleitung, als sie einen Pfeiler verankern wollten. Heinz Osterwinter löste das Problem, indem er die Konstruktion um eine Parzelle verkürzte. Nach rund einem Monat wurde das Testfeld am vergangenen Samstag fertig.

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